2. Samuel
Kapitel 13, Vers 23–28
Absaloms Rache
23Zwei Jahre vergingen. Absalom ließ in Baal-Hazor in der Nähe der Stadt Ephraim seine Schafe scheren. Bei dieser Gelegenheit wollte er einmal alle Söhne des Königs zu einem Fest einladen. 24Er ging zu König David und sagte zu ihm: »Mein Vater, ich lasse gerade meine Schafe scheren. Und da wäre es mir eine Ehre, wenn der König und sein Hofstaat meine Einladung zu einem Fest annehmen würden.« 25Doch David wehrte ab: »Nein, mein Sohn, wir können nicht alle kommen. Wir würden dir nur zur Last fallen!« Absalom versuchte, seinen Vater zu überreden, aber David nahm die Einladung nicht an. Er segnete seinen Sohn und verabschiedete sich von ihm. 26Schließlich bat Absalom: »Wenn du selbst schon nicht willst, dann lass doch wenigstens meinen Bruder Amnon mitkommen.« »Warum gerade Amnon?«, fragte David. 27Doch Absalom ließ nicht locker, und so gestattete David Amnon und seinen anderen Söhnen, mit nach Baal-Hazor zu gehen. 28Ehe das Fest begann, befahl Absalom seinen Dienern: »Sobald Amnon vom Wein etwas angeheitert ist, gebe ich euch ein Zeichen. Dann bringt ihr ihn um! Ihr habt nichts zu befürchten, denn ich habe es euch befohlen und trage die volle Verantwortung dafür. Nur Mut, erweist euch als tapfere Männer!«
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Weitere Infos →Absalom war furchtbar sauer, verzweifelt, rachsüchtig wegen Amnon. Denn Amnon hatte, wie wir in den letzten Tagen lesen mussten, Absaloms Schwester Tamar vergewaltigt. Wir alle verstehen, so denke ich mal, Absalom in seinen Gefühlen gegenüber Amnon voll und ganz.
Heute lesen wir einen Teil der Geschichte von Absaloms Rache an Amnon. Er ließ Amnon ermorden. Dass das keine guten Folgen haben würde, … dazu morgen mehr. Es ist so, Gott versteht unsere Gefühle der Rache. In der Bibel selbst wird Gott ebenso als "rachsüchtig" gegenüber Sündern und Menschen, die anderen Menschen einfach Furchtbares antun, beschrieben (vgl. z. B. Jesaja 1:20, 1. Mose 19:23).
Und doch ist es eben Gott, der Rache üben soll. Nicht wir Menschen selbst! Ja, Menschen gehören für ihre Vergehen bestraft, absolut! Aber auf eine Weise, die den Gesetzen entspricht und die Menschenwürde des Täters nicht vollends verletzt – anders als die hinterhältige Ermordung durch Absalom! Als Christen dürfen wir in der Wahrheit ruhen, dass Gott selbst zusätzlich zur gerechten Strafe auf Erden wohl Rache an diesen Tätern üben und gerecht sein wird (vgl. Römer 12:19). Das mag kein kompletter Trost sein, manchmal jedoch eine Ermutigung.