STAYONFIRE

Impuls

Offen und vergebend

Annemieke Binggelivon Annemieke Binggeli
Soziales Leben

2. Samuel

Kapitel 14, Vers 12–​20

David erkennt Joabs Absicht

12Die Frau fragte: »Nun habe ich noch etwas auf dem Herzen. Darf ich es vorbringen?« »Sprich!«, forderte David sie auf. 13Da sagte sie: »Warum begehst du gegen jemanden aus dem Volk Gottes genau das Unrecht, das du eben verurteilt hast? Indem du dieses Urteil fällst, sprichst du dich selbst schuldig, denn du hast deinen Sohn verstoßen und lässt ihn nicht wieder zurückkehren. 14Zwar müssen wir alle einmal sterben. Wir sind wie Wasser, das auf den Boden geschüttet wird: Es verrinnt und versickert unwiederbringlich. Aber Gott löscht das Leben nicht einfach so aus. Er will den Verbannten zurückholen, damit er nicht für immer von ihm verstoßen bleibt. 15Ja, mein König, ich bin mit meinem Anliegen hierhergekommen, weil ich keinen anderen Ausweg mehr sah: Meine Verwandten haben mir große Angst eingejagt. Da dachte ich: Ich wage es, dem König meinen Fall vorzulegen; vielleicht nimmt er sich meiner an. 16Gewiss wirst du, mein König, mich vor dem Mann beschützen, der mich und meinen Sohn um das Erbe bringen will, das Gott uns in Israel gegeben hat. 17Wenn der König die Sache für mich in die Hand nimmt, so dachte ich, dann kann ich endlich wieder in Frieden leben. Denn du bist wie der Engel Gottes: Du kannst Recht und Unrecht unterscheiden. Der HERR, dein Gott, möge dir beistehen.« 18Darauf sagte David: »Eine Frage möchte ich dir noch stellen. Beantworte sie ehrlich, verheimliche mir nichts!« »Ja, ich höre«, antwortete sie. 19David fragte: »Hat Joab hier die Hand im Spiel?« Da rief die Frau: »Es ist tatsächlich wahr: Der König lässt sich einfach nichts vormachen! Ja, es war dein Heerführer Joab, der mich hergeschickt hat. Er hat mir Wort für Wort aufgetragen, was ich erzählen soll, 20denn er wollte, dass du die ganze Angelegenheit mit anderen Augen siehst. Aber mein Herr, der König, ist so klug wie ein Engel Gottes. Er hat alles sofort durchschaut, nichts entgeht ihm!«

© Biblica, Inc.

Hoffnung für alle ™ Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc. Used with permission. All rights reserved worldwide.

“Hoffnung für alle” is a trademark registered in European Union Intellectual Property Office (EUIPO) by Biblica, Inc. “Biblica”, “International Bible Society” and the Biblica Logo are trademarks registered in the United States Patent and Trademark Office by Biblica, Inc. Used with permission.

Weitere Infos →

Die Geschichte von gestern geht weiter: Im Auftrag des Feldherrn Joab überzeugte eine Frau König David davon, sich nicht an seinem Sohn Absalom für dessen Mord an dessen Bruder Amnon zu rächen. Klingt etwas kompliziert? Lies zum besseren Verständnis der beschriebenen Situation gern noch mal den gestrigen Minuten-Impuls "Klare Kommunikation" hier in der App nach.

In der Ansprache der Frau an David fällt eine Aussage besonders ins Auge:

"Aber Gott löscht das Leben nicht einfach so aus. Er will den Verbannten zurückholen, damit er nicht für immer von ihm verstoßen bleibt." [14]

Eine wahre Aussage über Gott, die David umstimmen sollte, sein Herz vor seinem sündigen Sohn Absalom nicht zu verschließen und diesen nun auch noch durch Sünde zu bestrafen. Gott lässt die 99 Schafe stehen, um das eine verlorene Schaf zu suchen und zu sich zurückzuholen (vgl. das Gleichnis vom verlorenen Schaf in Lukas 15:4-7). So ist Gott. Immer zur Vergebung bereit. Den Verlorenen willkommen heißend in Annahme, in Zuwendung und bereit, diesen als Kind anzunehmen. David als Mann Gottes sollte daher ebenso vergebend seinem Sohn Absalom gegenüber handeln.

Wie sind wir? Sind wir offen dafür, einem Menschen zu vergeben, ihm eine weitere Chance zu geben? So, wie Gott es immer wieder tut. Denn genau das ist unser biblischer Auftrag! (Vgl. Matthäus 18:21-22)