2. Samuel
Kapitel 19, Vers 1–8
Joab weist David zurecht
1Diese Worte gaben David einen Stich ins Herz. Er stieg hinauf ins Turmzimmer des Stadttors und weinte. Dabei klagte er ununterbrochen: »Mein Sohn Absalom! Mein Sohn, mein Sohn, ach, Absalom! Wäre ich doch an deiner Stelle gestorben! Ach, Absalom, mein Sohn, mein Sohn!« 2Jemand meldete Joab: »Der König weint und trauert um Absalom.« 3Auch bei den Soldaten hatte sich schnell herumgesprochen, dass David über den Tod seines Sohnes verzweifelt war. Ihre Freude über den Sieg war auf einmal wie weggeblasen, Trauer und Niedergeschlagenheit machten sich breit. 4Bedrückt schlichen die Männer in die Stadt zurück – wie Verlierer, die sich schämen, weil sie vom Schlachtfeld geflohen sind. 5David aber saß noch immer im Turmzimmer, er hatte sein Gesicht verhüllt und klagte laut: »Mein Sohn Absalom! Ach, Absalom, mein Sohn, mein Sohn!« 6Da ging Joab zu ihm und wies ihn zurecht: »Deine Soldaten haben dir heute das Leben gerettet, und nicht nur dir, sondern auch deinen Söhnen und Töchtern, deinen Frauen und Nebenfrauen. Und was ist der Dank? Du benimmst dich so, dass sie sich für ihre große Tat nur schämen können! 7Du liebst alle, die dich hassen, und hasst alle, die dich lieben. Deine Heerführer und Soldaten bedeuten dir offenbar überhaupt nichts. Es hätte dir nichts ausgemacht, wenn wir heute alle in der Schlacht gefallen wären – Hauptsache, Absalom wäre noch am Leben! 8Du musst dich jetzt zusammennehmen und zu deinen Männern hinausgehen, um sie wieder zu ermutigen. Sonst laufen sie dir alle noch heute Nacht davon. Das schwöre ich dir, so wahr der HERR lebt! Etwas Schlimmeres könnte dir gar nicht passieren. Es wäre schrecklicher als alles, was du bisher erleiden musstest.«
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Weitere Infos →David trauerte um seinen Sohn. Er zog sich zurück und war niedergeschlagen. Enttäuscht von der Tötung seines Sohnes Absaloms in der Schlacht durch Davids eigene Männer gab er sich seiner Trauer ganz hin. Dabei vergaß er, dass er auch einen Grund zur Freude haben durfte: Der Sieg über die Aufständischen war erreicht worden. Doch all das tröstete David nicht über den Verlust seines Sohnes Absalom hinweg.
Joab erinnerte David daran, wie Menschen am heutigen Tag ihr Leben für ihn aufs Spiel gesetzt hatten. Diese fühlten sich nun übersehen und für ihren erfolgreichen Dienst nicht wertgeschätzt. Absalom war zum Feind Davids geworden und damit auch eine Gefahr für David und alle, die zu David gehörten. Daher hatten die Kämpfer Davids auch Absalom bei Gelegenheit getötet.
Eine extreme Lage, in der sich König David mal wieder befand. Dennoch können wir aus ihr etwas für unser alltägliches Leben herauslesen: Wenn uns etwas beschäftigt, vielleicht zu sehr einnimmt, dann brauchen wir Menschen, die uns eine weitere Perspektive geben. Was richtet unser Verhalten bei anderen an? Joab erinnerte David an seinen Stand und seine Pflichten als König. Manchmal können auch wir solch einen Joab in unserem Leben gebrauchen.