Apostelgeschichte
Kapitel 10, Vers 9–33
PETRUS HAT EINE VISION
9Als sich die Boten am folgenden Tag schon der Stadt Joppe näherten, stieg Petrus auf das flache Dach des Hauses, um dort ungestört zu beten. Es war gerade um die Mittagszeit, 10und Petrus bekam Hunger und bat um etwas zu essen. Während man seine Mahlzeit zubereitete, hatte er eine Vision: 11Petrus sah, wie sich der Himmel öffnete und etwas herabkam, das wie ein großes Leinentuch aussah. Es wurde an seinen vier Ecken zusammengehalten und so auf die Erde heruntergelassen. 12In dem Tuch waren alle möglichen Arten von vierfüßigen Tieren und Kriechtieren, aber auch von Vögeln. Alle diese Tiere sind für Juden unrein und dürfen deshalb nicht gegessen werden. 13Dann hörte Petrus eine Stimme, die ihn aufforderte: »Petrus, steh auf, schlachte diese Tiere und iss davon!« 14»Niemals, Herr!«, entgegnete Petrus. »Noch nie in meinem Leben habe ich etwas Unreines oder Verbotenes gegessen.« 15Da sprach die Stimme ein zweites Mal zu ihm: »Wenn Gott etwas für rein erklärt hat, dann nenne du es nicht unrein.« 16Dreimal wiederholte sich dieser Vorgang. Gleich darauf wurde das Tuch mit den Tieren darin wieder in den Himmel gehoben. 17Petrus verstand nicht, was diese Erscheinung bedeuten sollte. Aber während er noch überlegte, klopften die Boten von Kornelius an die Haustür. Sie hatten sich bis zum Haus von Simon, dem Gerber, durchgefragt. 18»Wohnt hier ein Mann, der Simon Petrus heißt?«, erkundigten sie sich. 19Petrus dachte noch immer über die Vision nach, als der Heilige Geist zu ihm sprach: »Hör zu! Unten sind drei Männer, die zu dir wollen. 20Geh hinunter und reise mit ihnen. Du brauchst keine Bedenken zu haben, denn ich habe sie gesandt.« 21Petrus ging hinunter. »Ich bin der, den ihr sucht«, sagte er. »Warum seid ihr hierhergekommen?« 22Sie erwiderten: »Der Hauptmann Kornelius schickt uns. Er ist ein rechtschaffener Mann, der den Gott Israels verehrt und von allen Juden hoch geachtet wird. Durch einen heiligen Engel erhielt er von Gott den Auftrag, dich in sein Haus einzuladen und darauf zu hören, was du ihm zu sagen hast.« 23Petrus bat die Männer herein und sorgte dafür, dass sie etwas zu essen bekamen und bei Simon übernachten konnten. Bereits am nächsten Tag brach er mit ihnen nach Cäsarea auf, wobei ihn einige aus der Gemeinde von Joppe begleiteten. 24Als sie am folgenden Tag dort ankamen, wurden sie schon von Kornelius erwartet. Er hatte seine Verwandten und engsten Freunde zu sich eingeladen. 25Noch bevor Petrus das Haus betreten hatte, kam ihm Kornelius entgegen und warf sich ehrerbietig vor ihm nieder. 26Doch Petrus wehrte ab: »Steh auf, ich bin auch nur ein Mensch!«, und half ihm wieder auf. 27Während sie noch miteinander redeten, betraten sie das Haus. Petrus sah die vielen Menschen, die auf ihn warteten. 28»Ihr wisst ebenso wie ich«, begann er, »dass es einem Juden verboten ist, in das Haus eines Nichtjuden zu gehen oder sich auch nur mit ihm zu treffen. Aber Gott hat mir gezeigt: Ich darf keinen Menschen für unrein halten und ihm darum die Gemeinschaft verweigern. 29Deshalb bin ich auch ohne Zögern zu euch gekommen, als ihr mich gerufen habt. Aber jetzt möchte ich doch gerne wissen, aus welchem Grund ihr nach mir geschickt habt.« 30Kornelius antwortete: »Vor drei Tagen betete ich nachmittags in meinem Haus. Es war drei Uhr, ungefähr dieselbe Zeit wie heute. Da stand plötzlich ein Mann in einem leuchtenden Gewand vor mir 31und sagte: ›Kornelius, Gott hat deine Gebete gehört, und er weiß, dass du den Armen viel Gutes tust. 32Deshalb beauftragt er dich, Leute nach Joppe zu schicken, die Simon Petrus zu dir bringen sollen. Er wohnt am Meer im Haus des Gerbers Simon.‹ 33Ich habe meine Boten sofort zu dir geschickt, und ich freue mich, dass du gekommen bist. Nun sind wir alle hier in Gottes Gegenwart versammelt und wollen hören, was du uns im Auftrag des Herrn zu sagen hast.«
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Weitere Infos →Ganz ehrlich: Gottes Wege beeindrucken mich jedes Mal aufs Neue. Hast du noch den Impuls von gestern im Kopf? Wenn nicht, dann lies ihn hier gerne nochmal nach. Kurz zusammengefasst: Gott sprach im Abschnitt für gestern zum römischen Hauptmann Kornelius, er solle Boten zu Simon Petrus schicken. Und Kornelius gehorchte, er sandte die Boten los. Parallel dazu hatte eben dieser Simon Petrus, wie im Abschnitt für heute beschrieben, eine Vision von Gott, die ihm verdeutlichte, dass er als Judenchrist nicht schlechter von Heidenchristen denken solle und durchaus mit ihnen gemeinsam essen dürfe! (In der damaligen Kultur absolut revolutionär!) Weder Kornelius noch Simon Petrus wussten, wie Gott gerade beim jeweils anderen gewirkt hatte. Aber weil sie beide einfach nah bei Jesus waren, beteten und auf Gottes Stimme hörten, erfüllte sich der Auftrag Gottes für ihre Leben. Gott hatte eine wunderbare Begegnung eingefädelt, die sowohl Simon Petrus als auch Kornelius Heilung und Neuanfang schenken würde. Simon Petrus konnte seine neue göttliche Erkenntnis direkt in die Tat umsetzen und mit dem Heidenchristen Kornelius gemeinsam essen. Und Kornelius konnte der Predigt des Simon Petrus über Gott zuhören (mehr dazu morgen). Beide waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Gott redet auch heute noch. In dein Herz. In mein Herz. Wenn wir nah an Jesus dranbleiben, ihn suchen und auf seine Stimme hören, dann werden wir ebenfalls zu den richtigen Zeiten an den richtigen Orten sein. Gott hat bereits alles für uns vorbereitet! Und du und ich müssen nur noch auf diesen vorbereiten Wegen gehen (vgl. Epheser 2:10). Lass dich ermutigen, dass dein Leben kein Labyrinth aus lauter unterschiedlichen Wegen und Abzweigungen ist, in dem du dich verlaufen musst, denn Gott will dich durch dein Leben navigieren. Lass es zu! Und du wirst ebenso solch wunderbare Begegnungen erleben, wie Simon Petrus und Kornelius sie erleben durften! Du wirst zu richtigen Zeiten an richtigen Orten sein.