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Jesus und die Fischer

Fiona Pfeifervon Fiona Pfeifer
Glaubensleben
Jesus und die Fischer

Mit diesem Blogbeitrag starten wir in unsere Themenreihe „Jesus und der/die …“. Somit stand ich zu Beginn des Schreibens dieses Beitrags vor der Frage, welche Worte nach dem jeweiligen Artikel „der“ oder „die“ folgen sollten. Einzige Voraussetzung war dabei für mich, dass ein Zusammenhang mit Jesus erkennbar ist. Doch wer die Bibel auch nur in geringen Teilen kennt, weiß, dass Jesus auf viele einzelne und dabei so unterschiedliche Personen traf, bei denen man auch für das eigene Leben so einiges mitnehmen kann. Nach etwas längerem Überlegen entschied ich mich für eine Stelle aus dem Lukasevangelium, bei der es sich um das Aufeinandertreffen von Jesus und mehreren Fischern handelt. Dieses Aufeinandertreffen enthält sowohl ein Wunder als auch eine Berufung. Um die einzelnen Aspekte, die ich an dieser Stelle aus Lukas 5:1-11 so faszinierend finde, nachvollziehen zu können, möchte ich chronologisch vorgehen.

Zum Zeitpunkt der Geschichte war Jesus am See Genezareth unterwegs und die Menschen drängten sich um ihn, weil sie inzwischen mitbekommen hatten, dass dieser Mann aus Nazareth anders und besonders war. So wollten auch sie mit ihren eigenen Ohren hören, was Jesus zu erzählen hatte. Um besser zu den Menschen sprechen zu können und von ihnen gesehen zu werden, betrat Jesus das Boot von Simon Petrus, einem Fischer, und positionierte sich inmitten des Sees. Überliest man diese Stelle vielleicht im Zuge der gesamten Geschichte, so birgt sie für mich einen ersten wichtigen Aspekt. Jesus betrat wie selbstverständlich das Boot von Simon Petrus. Fast frech und eigennützig könnte man dieses Verhalten nennen, wüsste man es nicht besser einzuordnen. Ich glaube, dass sich hierin bereits ein Bild verbirgt, welches zeigt, dass auch wir ein Lebensboot besitzen, zu dem Jesus jederzeit Zutritt hat. Ich bin davon überzeugt, dass wir von Gott geschaffene und unendliche geliebte Geschöpfe sind und er als unser Schöpfer natürlich das Anrecht hat, Teil unseres Lebensbootes zu sein. Wir wissen anhand der Bibel, dass Simon Petrus Jesus bereits vor dieser Begegnung gekannt hatte, doch wir wissen nicht, ob Simon Petrus sich die Zeit genommen hätte, Jesus ins Boot zu lassen und hinauszufahren. Vielleicht war es demzufolge gut, dass Jesus die Gunst der Stunde nutzte und sich zu Simon Petrus ins Boot stellte. Die Geschichte zeigt uns, dass auch wir nicht nur kognitiv wissen sollen, wer Jesus Christus ist, sondern dass vielmehr eine persönliche Begegnung mit ihm den Unterschied im Leben macht. Welche Auswirkungen das im Leben von Simon Petrus hatte, zeigt diese Geschichte ebenso. Im nächsten Teil lesen wir, dass Jesus Simon Petrus nicht befehlend gegenübertrat, sondern ihn bat, mit dem Boot hinauszufahren und dann am Ende seiner Predigt noch einmal die Netze zum Fischfang auszuwerfen. Wer sich ein bisschen mit dem Fischen auskennt, weiß, dass dies tagsüber schier unmöglich erscheint, da die Fische in der Tiefe schwimmen. Demzufolge argumentierte Simon Petrus in der Geschichte zurecht, die ganze Nacht gefischt zu haben – jedoch ohne Erfolg.

An dieser Stelle setzte Simon Petrus‘ Verstand ein, der ihm sagte, dass das Fischen zu dieser Tageszeit keinen Sinn ergibt. Doch wie uns die Bibel in Sprüche 3:5 lehrt: „Verlass dich nicht auf deinen eigenen Verstand, sondern vertraue voll und ganz dem HERRN!“, so wagte auch Simon Petrus einen Vertrauensschritt und tat, was Jesus ihm sagte. Oftmals wägen wir menschlich ab, was sinnvoll und vernünftig und was hingegen unvernünftig erscheint. Doch dabei vergessen wir so oft, dass es einen Gott gibt, der an unserer Seite steht, für uns ist und uns sowie unser Leben besser kennt als wir selbst. So bedarf es eines Glaubens, der mutig, aber nicht übermütig ist. Ein Glaube, der immer auch mit Gehorsam und Vertrauen einhergeht. Simon Petrus schenkte Jesus sein Vertrauen und seinen Gehorsam, obwohl er rational vermutlich anders entschieden hätte. Auch ich möchte immer mehr lernen, Gott zu vertrauen und ihm gehorsam zu sein. Ich möchte lernen, meine eigenen menschlichen Überlegungen und Überzeugungen bei Entscheidungen hintanzustellen und immer mehr zu lernen, auf Gottes Stimme und seine Worte für mein Leben zu hören. Denn wenn ich in der Bibel lese, sollte ich eigentlich nicht anders können, als einem so guten und liebevollen Gott, der nur mein Bestes will, blind zu vertrauen (vgl. Joh. 3:16; Römer 8:28). Und das Beste ist, und das zeigt auch die Geschichte: Auf Glauben und Gehorsam folgt immer Segen.

Nachdem Simon Petrus die Netze ausgeworfen hatte, machte er den Fang seines Lebens. Die Netze füllten sich stetig mit Fischen, sodass die Boote aufgrund der Last zu sinken drohten. Es hatte sich also ausgezahlt, dass Simon Petrus und die anderen Fischer auf Jesus gehört und seiner Anweisung Folge geleistet hatten. Sie wurden mit überreichem Segen in Form von Fischen beschenkt. Auch wir dürfen das auf unser Leben übertragen. Wenngleich die Segnungen Gottes für uns nicht primär irdischer Natur in Form von Reichtum, Anerkennung, beruflichem Erfolg, Gesundheit usw. sind, bleibt der Grundsatz Gottes erhalten: Er möchte uns dann segnen und innerlich weiterführen, wenn wir bereit sind, ihm zu gehorchen. Wir sollen wissen, wer die Quelle unserer Segnungen ist und Gott dabei im Blick haben. Und so wollte Jesus Simon Petrus an dieser Stelle des „Fischsegens“ nicht stehen lassen und allein weiterziehen, sondern ihm vielmehr eine neue Identität geben. Mit einem „Fürchte dich nicht“ half Jesus dann Simon Petrus, weiterhin zu vertrauen, um ihm eine neue Perspektive für das Leben zu geben. Er nutzte Simon Petrus‘ Fähigkeit des Fischens, um ihn von nun an als „Menschenfischer“ zu gebrauchen. Er wählte Worte, die Simon Petrus verstand und griff gezielt Aspekte dessen Lebens auf, die Simon Petrus kannte und mit denen dieser etwas anfangen konnte. Menschenfischer zu werden, heißt in diesem Zusammenhang, Menschen in eine Beziehung zu Gott zu führen. Hierbei ist Jesu Fischernetz als ein Netz des Glaubens und Vertrauens zu sehen, welches aus Hoffnung und Liebe gewoben ist. Simon Petrus verhielt sich nicht leichtgläubig, vielmehr muss ihm klar gewesen sein, dass es sich bei Jesus um keinen Betrüger handelte. Der einzige Grund des Glaubens liegt in Jesus Christus selbst.

Seine Person, sein Wirken, seine Worte und seine Liebe zu den Menschen machen einen Unterschied. So kam Simon Petrus durch einen großen Segen zu dieser Erkenntnis und er bewies Gehorsam. Dieser Glaube und Gehorsam sind ein wesentliches Kennzeichen neuen Lebens und dieses neue Leben bedeutet, alles zurückzulassen und Jesus nachzufolgen. Wow! Einfach alles aufgeben, was bisher Lebensinhalt und vielleicht auch Sinn war, und einem noch völlig fremd erscheinenden Mann auf Schritt und Tritt folgen.

Auch ich möchte täglich neu zum Menschenfischer werden, dankbar auf all die Segnungen schauen, die Gott bisher über mein Leben fließen ließ, und dadurch ermutigt erzählen, welch einen Unterschied ein Leben mit Jesus Christus macht.