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Impuls

Tiefgang im Glauben

Thaddäus Schindlervon Thaddäus Schindler
Glaubensleben

Hebräer

Kapitel 5, Vers 11–​14

ERWACHSEN IM GLAUBEN

11Darüber hätten wir euch noch sehr viel mehr zu sagen. Aber weil ihr so wenig hinhört, ist es schwer, euch etwas zu erklären. 12Eigentlich müsstet ihr es in eurem Glauben schon zum Meister gebracht haben und andere unterweisen. Tatsächlich aber seid ihr erst wie Lehrlinge, denen man die allerersten Grundlagen von Gottes Botschaft beibringen muss. Wie Säuglingen kann man euch nur Milch geben, weil ihr feste Nahrung noch nicht vertragt. 13Wer noch Milch braucht, ist ein kleines Kind und versteht nicht, was die Erwachsenen reden. 14Ein Erwachsener kann feste Nahrung zu sich nehmen. Nur wer seine Urteilsfähigkeit geschult hat, der kann auch zwischen Gut und Böse unterscheiden.

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Stell dir mal vor, jemand schreibt einen Brief an deine Gemeinde und meint: "Wie Säuglingen kann man euch nur Milch geben, weil ihr feste Nahrung noch nicht vertragt. Wer noch Milch braucht, ist ein kleines Kind und versteht nicht, was die Erwachsenen reden." [12c-13]

Junge, Junge! Diese Aussage muss ordentlich Zündstoff in sich getragen haben. Entweder es war der letzte geplante Brief an diese Leserschaft oder der Schreiber hatte tatsächlich die Autorität, auf diese Weise zu der Glaubensgemeinschaft zu sprechen. Ich befürworte die zweite Option, zumal ich glaube, dass die damalige Kultur wesentlich klarer und direkter erschien als unsere westliche Kultur heutzutage.

Doch was sagt uns der Text für heute? Was meint der Autor mit der "festen Nahrung", die wir zu uns nehmen sollen? Tiefgehende Predigten, die sich um winzige Auslegungsdetails drehen und die niemand versteht? Sogenanntes "Schwarzbrot"? Das glaube ich nicht! Sicherlich gehört Bibelwissen dazu, doch in erster Linie (so glaube ich) meint der Autor eine Lebensweise, die das gelernte wirklich (!) anwendet.

"Eigentlich müsstet ihr es in eurem Glauben schon zum Meister gebracht haben." [12a] Ein Meister bildet andere Menschen aus, indem er das vorlebt, was er gelernt hat. Deshalb hat Glaubenstiefe für mich so viel mehr mit der praktischen Jüngerschaft zu tun als nur mit stumpfem Wissen. Wissen ist nicht unwichtig, doch es sollte am Ende immer im gelebten Glauben münden.