Psalm
Kapitel 82, Vers 1–8
Der höchste Richter erhebt Anklage
1Ein Lied von Asaf. Gott steht auf inmitten der Götter, in ihrer Versammlung erhebt er Anklage: 2»Wie lange noch wollt ihr das Recht verdrehen, wenn ihr eure Urteile sprecht? Wie lange noch wollt ihr Partei ergreifen für Menschen, die sich mir widersetzen? 3Verhelft den Wehrlosen und Waisen zu ihrem Recht! Behandelt die Armen und Bedürftigen, wie es ihnen zusteht! 4Reißt sie aus den Klauen ihrer Unterdrücker!« 5Aber sie handeln ohne Sinn und Verstand; sie irren im Dunkeln umher und sehen nicht, dass durch ihre Bosheit die Welt ins Wanken gerät. 6Zwar hatte ich ihnen gesagt: »Ihr seid Götter! Ihr alle seid Söhne des Höchsten! 7Aber wie gewöhnliche Menschen müsst auch ihr sterben; euer Leben wird genauso enden wie das eines jeden Herrschers!« 8Erhebe dich, Gott, und richte die Welt, denn dir gehören alle Völker!
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Weitere Infos →Stell dir vor, du sitzt in einem Gerichtssaal. Vorn steht der Richter, der eigentlich für Gerechtigkeit sorgen soll, doch er bevorzugt die Starken und Reichen, während die Schwachen überhört werden. Du würdest innerlich protestieren, oder?
Genau so malt Psalm 82 die Lage: Gott steht mitten unter den "Göttern" (gemeint sind menschliche Richter und Machthaber) und er klagt sie an. Sie haben ihre Verantwortung missbraucht, die Armen unterdrückt und die Bösen geschützt. Doch Gott erinnert sie: Auch die Mächtigen sind sterblich und müssen sich vor Gott verantworten. Denn am Ende wird er selbst das letzte Urteil sprechen – und zwar gerecht.
Das ist eine starke Botschaft für uns heute: Gott sieht jedes Unrecht, auch wenn es verborgen geschieht. Er steht auf der Seite der Schwachen und verspricht, dass kein Unrecht ewiglich bestehen bleibt. Diese Hoffnung trägt, wenn du dich machtlos oder unfair behandelt fühlst. Und gleichzeitig fordert sie heraus, denn Wegsehen ist keine Option. Gerechtigkeit beginnt da, wo wir uns für andere einsetzen, auch wenn es Mut kostet.
Wo könntest du heute für Gerechtigkeit eintreten? In deiner Familie, im Freundeskreis oder bei der Arbeit?