Apostelgeschichte
Kapitel 22, Vers 1–11
Paulus erzählt seine Geschichte
1»Ihr Männer, liebe Brüder und Väter! Hört euch an, was ich zu meiner Verteidigung sagen möchte.« 2Als die Juden merkten, dass Paulus auf Aramäisch zu ihnen redete, wurden sie noch stiller, und er konnte ungehindert weitersprechen: 3»Ich bin Jude, geboren in Tarsus, einer Stadt in Zilizien. Erzogen wurde ich hier in Jerusalem. Als Schüler von Gamaliel habe ich gelernt, streng nach dem Gesetz unserer Vorfahren zu leben. Ebenso wie ihr wollte ich nichts anderes, als Gottes Gebote zu erfüllen. 4Deshalb habe ich die neue Lehre der Christen auch bis auf den Tod bekämpft. Männer und Frauen ließ ich festnehmen und ins Gefängnis werfen. 5Das können der Hohepriester und der ganze Hohe Rat bezeugen. Von ihnen bekam ich Empfehlungsschreiben für die jüdische Gemeinde in Damaskus. Sie gaben mir die Vollmacht, die Christen in jener Stadt gefesselt hierher nach Jerusalem zu bringen und zu bestrafen. 6Als ich auf meiner Reise Damaskus schon fast erreicht hatte, umgab mich zur Mittagszeit plötzlich vom Himmel her ein strahlend helles Licht. 7Ich fiel zu Boden und hörte eine Stimme: ›Saul, Saul, warum verfolgst du mich?‹ 8›Wer bist du, Herr?‹, fragte ich und hörte als Antwort: ›Ich bin Jesus aus Nazareth, den du verfolgst.‹ 9Meine Begleiter sahen genauso wie ich das Licht, aber sie verstanden nicht, was gesagt wurde. 10›Was soll ich tun, Herr?‹, fragte ich nun, und der Herr antwortete mir: ›Steh auf! Geh nach Damaskus. Dort wird man dir sagen, welche Aufgabe Gott für dich bestimmt hat.‹ 11Von dem hellen Licht war ich so geblendet, dass ich nicht mehr sehen konnte und meine Begleiter mich nach Damaskus führen mussten.
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Weitere Infos →Hier lesen wir zum ersten Mal davon, dass Paulus selbst von seiner Begegnung mit Jesus sprach. Heute würden wir es "sein Zeugnis teilen" nennen. Weshalb tat Paulus dies aber in dieser Situation? Die anderen Juden hatten gerade noch versucht, ihn zu töten, und nun wollte er mit ihnen reden?! Ich glaube, er tat es, weil viele gar nicht wussten, wie es zu seinem Wandel gekommen war. Viele wussten gar nicht, weshalb er jetzt anders lebte als zuvor. Sie kannten seine Geschichte nicht.
Denn in Wahrheit war er wie sie. Er war genauso ein "Eiferer für Herrn" [3], hatte gedacht, er würde alles richtigmachen, bis er tatsächlich auf Jesus traf und sich alles veränderte.
Ich glaube, auch wir urteilen wie die Juden oft zu schnell und auch, ohne überhaupt mehr über eine Person zu wissen. Wie häufig kritisieren wir etwas, anstatt erst mal nachzufragen, weshalb jemand etwas tut? Ich habe gelernt, dass sich meine Sicht über eine Person so schnell verändern kann, wenn ich einfach ihre Geschichte kenne, wenn ich weiß, woher die Person kommt. Das hat mich schon in einigen Situationen gnädiger gemacht und mir gleichzeitig geholfen, mich besser mit der Person zu verstehen.
Nimm dir doch mal Zeit in der Kleingruppe oder mit Freunden und frage sie: Was ist deine Geschichte? Wie bist du Gott begegnet? Und sei gespannt, was dein Gegenüber schon alles erlebt hat.