Manchmal wünsche ich mir klare Beweise. Etwas, das ich sehen, anfassen oder sicher wissen kann. Gerade im Alltag, wenn Sorgen, Zweifel oder viele Fragen da sind. Dann wünsche ich mir Jesus würde real neben mir sitzen, mit auf die Schulter klopfen und sagen: Alles wird gut.
Der Monatsvers aus dem Johannesevangelium 20:29 erinnert uns daran, dass Glaube oft genau dort beginnt, wo wir nicht alles sehen oder verstehen können. Jesus sagt:
„Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“
Das klingt im ersten Moment fast wie eine große Herausforderung. Gleichzeitig steckt darin aber auch eine tiefe Ermutigung.
Denn dieser Satz nimmt uns den Druck, alles erklären oder beweisen zu müssen. Glaube ist nichts, was nur für „besonders starke“ oder „besonders sichere“ Menschen gilt. Er beginnt oft ganz leise, mitten im Zweifel, mitten im Fragen. Vielleicht sogar genau dann, wenn wir uns unsicher fühlen.
Es geht nicht darum, keine Fragen zu haben. Es geht vielmehr darum, trotz der Fragen einen Schritt weiterzugehen. Sich darauf einzulassen, dass Gott da ist, auch wenn wir ihn nicht sehen. Dass er wirkt, auch wenn wir es nicht sofort erkennen. Das durfte ich schon so oft in meinem eigenen Leben erfahren. Gerade letztes Jahr war herausfordernd für uns als Familie. Doch gerade das hat mich näher zu Jesus gebracht.
Vielleicht ist genau das die Einladung für uns: den Glauben im Alltag zu leben. Im Kleinen, im Unscheinbaren, in den stillen Momenten. Im Vertrauen darauf, dass Gott da ist und uns begleitet, Schritt für Schritt.