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Paradox der Bibel: Gottes Nähe im Verlorensein

Thaddäus Schindlervon Thaddäus Schindler
Glaubensleben
Paradox der Bibel: Gottes Nähe im Verlorensein

Wie bist du aufgewachsen? Christlich? Ohne Glauben? Über Umwege?

Wir alle haben eine Geschichte mit dem Glauben. Die einen waren nie „weg“ vom Glauben, andere sind später dazugekommen und wieder andere haben zu ihm zurückgefunden. Viele haben dem Glauben aber auch den Rücken zugekehrt.

Jesus erzählte von drei Gleichnissen, Kapitel 15 im Lukas-Evangelium, um das Verlorene und Wiedergefundene zu beschreiben. In einem der Gleichnisse geht es um einen Hirten mit 100 Schafen und darum, wie eines davon verloren ging.

Hast du eigentlich schon einmal versucht, Schafe zu zählen? Wenn ich 100 Schafe hätte und beim Zählen nur auf 99 käme, würde ich wahrscheinlich meinen, mich verzählt zu haben. Doch bei Gott ist es anders. Er kennt seine Schafe ganz genau. Seine Schafe haben keine Nummer. Sie haben Namen. Und er kennt sie.

Der Hirte folgt dem einen verlorenen Schaf und lässt die 99 anderen zurück. Was ich an dieser Geschichte so paradox finde, ist die Tatsache, dass der Herr dem verlorenen Schaf am Ende näher ist als der Herde.

Wenn wir das Gefühl haben, den Glauben und vielleicht sogar Jesus persönlich verloren zu haben, dann fühlen wir uns meilenweit von Gott entfernt. Dabei sind es wir, denen er am nächsten ist.

Jesus erzählte diese drei Gleichnisse von Lukas 15, um zu erklären, weshalb er so viel Zeit mit Zolleinnehmern und anderen verrufenen Leuten verbrachte. Weshalb er gerade solchen Menschen nah ist. Ich glaube, dass er in diesem bewegenden Gleichnis nichts anderes zum Ausdruck bringen wollte. Wir haben einen Gott, der dem verlorenen Schaf näher ist als der Herde.

Wenn du das Gefühl hast, dich von Gott entfernt zu haben, dann dreh dich um. Siehst du IHN, wie er dich sucht? Vielleicht ist sogar dieser Blogbeitrag eines der Signale, die Gott dir schenken möchte. Ich traue es ihm zu.

Er möchte dich liebevoll auf seinen Schultern nach Hause tragen. Er will die Distanz, die du zu Gott verspürt hast, ein für alle Mal beenden. Er ist dir nachgelaufen.

Gott ist denen nah, die sich von ihm entfernt fühlen.

Gott sucht dich. Lässt du dich finden?