Die Sehnsucht nach Perfektion. Fehlerlos und Heilig. Der Druck, keinen Fehler machen zu dürfen. Die Angst, zu versagen. Außen täuschen. Innen zerbrechen. Den Suchverlauf löschen. Eine Maske aufsetzen. Das sind wir. Jung und Frei? Eher nicht.
Wir nennen uns Christen. Christen, weil uns Christus vereint. Auf dem Papier. Verstanden haben wir jedoch wenig. Wir nennen unseren Weg Heiligung. Klingt geistlich. Wobei - vielleicht sollten wir es doch lieber Selbstdisziplin nennen. Die einen sind besser. Die anderen eben nicht. So ist es halt.
Wir lieben Perfektion. Pastoren spielen dabei die Elite. Ein Fehltritt und sie sind raus. Ausgespielt. Ausgebrannt. Ausgewechselt. Weiter geht’s. Sonntag das Schauspiel. Am Montag das Bewusstwerden einer Illusion. Einer Illusion von Perfektion.
Gefangen in Abhängigkeiten, Zweifeln, Ängsten und Minderwertigkeitskomplexen. Jeder nehme sich, was er hat, und wir sind alle im gleichen Boot.
Unqualifiziert.
Vielleicht ist gerade die Erkenntnis darüber, dass wir unqualifiziert sind, der Grund für das Streben nach Perfektion. Wir versuchen es selbst, scheitern und setzen uns die Maske scheinheiliger Perfektion auf.
Dabei ist Perfektion das Ziel, welches Jesus Christus für uns erreichen musste, weil wir es selbst niemals erreichen werden.
Wir nennen es oft Heiligung. Die Bibel nennt es Sünde. Zielverfehlung. Wir versuchen mit eigenen Leistungen das zu erreichen, was Jesus Christus vor 2000 Jahren schon erreicht hat. Vor Gott gerecht und versöhnt dazustehen.
Ich verlasse mich nicht mehr auf mich selbst oder auf meine Fähigkeit, Gottes Gesetz zu befolgen, sondern ich vertraue auf Christus, der mich rettet. Denn nur durch den Glauben werden wir vor Gott gerecht gesprochen. (Philipper 3:9)Lass uns gemeinsam als STAYONFIRE-Community authentisch leben. Perfektion ablegen. Schwächen offenlegen und Gottes Stärke annehmen. Den Kampf aufgeben. Uns selbst hinlegen. Und dann mit Jesus aufstehen.
Denn genau dann wird die Richtung wichtiger sein als die Geschwindigkeit. Allein durch die Kraft seines Geistes werden wir im Fokus auf Jesus Christus in sein Bild transformiert. Immer mehr. Immer weiter. Wir sind nicht am Ziel, aber definitiv auf dem Weg.
"Wenn wir bei der Bekehrung den Geist empfangen, ist das Ergebnis keineswegs sofortige göttliche Perfektion, sondern eine göttliche Infektion." (Gordon D. Fee)
Repost, 04.08.2016