1. Mose
Kapitel 30, Vers 25–34
JAKOBS HANDEL MIT LABAN
25Nach der Geburt Josefs ging Jakob zu seinem Onkel Laban. »Erlaube mir, in meine Heimat zurückzukehren!«, bat er. 26»Überlass mir meine Frauen und meine Kinder; um sie zu bekommen, habe ich hart für dich gearbeitet. Du weißt ja selbst, was ich geleistet habe – jetzt lass mich bitte gehen!« 27Aber Laban erwiderte: »Tu mir doch den Gefallen und bleib hier! Ich bin in den letzten Jahren sehr reich geworden, und ich weiß, dass der HERR mir nur deshalb so viel Besitz geschenkt hat, weil du bei mir bist. 28Du darfst deinen Lohn selbst bestimmen – ich gebe dir alles, was du verlangst!« 29Aber Jakob entgegnete: »Du weißt genau, wie viel ich für dich getan habe und wie deine Herden in dieser Zeit gewachsen sind. 30Als ich kam, hattest du nur eine kleine Herde, aber inzwischen haben sich deine Viehbestände immer weiter vergrößert. Der HERR wollte, dass mir alles gelang, was ich für dich unternahm; er hat dich reich gemacht. Aber was habe ich davon? Ich muss jetzt endlich einmal für meine eigene Familie sorgen!« 31»Nenn mir deinen Lohn!«, wiederholte Laban. »Ich will keinen Lohn«, sagte Jakob und schlug vor: »Ich werde mich sogar wieder um dein Vieh kümmern, wenn du mir diese eine Bedingung erfüllst: 32Ich gehe heute durch deine Herden und sondere für mich alle schwarz gefleckten, gesprenkelten und ganz schwarzen Schafe aus. Außerdem nehme ich mir alle weiß gefleckten und gesprenkelten Ziegen. 33Falls unter den Tieren, die in Zukunft geworfen werden, noch welche mit so einem Fell sein sollten, gehören sie ebenfalls mir. An der Farbe meiner Tiere kannst du dann jederzeit prüfen, ob ich dir gegenüber ehrlich bin oder ob ich dich betrüge.« 34»Abgemacht«, sagte Laban, »ich bin mit deinem Vorschlag einverstanden.«
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Weitere Infos →Jakob wollte aufbrechen. Er sah, wie es Zeit für eine neue Etappe in seinem Leben geworden war. Und deshalb bat er Laban, für den er viele Jahre gearbeitet hatte, ihn mit seiner Familie ziehen zu lassen. Jakob hatte seine Aufgabe erfüllt. Laban hatte sehr von Jakob profitiert (vgl. V. 30). Für seinen Weg wollte Jakob nun eine Absicherung für sich selbst und seine Familie mitnehmen. Daher einigte er sich mit Laban darauf, dass er alle schwarz gefleckten, gesprenkelten und ganz schwarzen Schafe dessen Herde und ebenso Labans weiß gefleckte und gesprenkelte Ziegen mitnehmen durfte.
Warum nahm Jakob diese speziell farbigen Tiere mit? Dies hatte einen Grund. Und zwar den folgenden: Jakob war clever. Aus den Tieren mit dem speziell farbigen und gemusterten Fell konnte kein einfarbiger Nachwuchs entstehen, der dann den Tieren ähnlichsehen würde, die Laban der Abmachung nach behalten durfte. Würden jedoch in der Herde, die Jakob fortan gehörte, Jungtiere geboren werden, die den Tieren Labans ähnelten, würde dadurch für alle unmissverständlich klar werden, dass Jakob ebenso Tiere mitgenommen hätte, die eigentlich Laban zuständen, und dass Jakob ein Betrüger wäre. Doch genau das wollte und tat Jakob nicht und er wollte bei Laban daran auch keinen Zweifel lassen. Jakob wollte seinem Ruf als "Betrüger" eben nicht alle Ehre machen.