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Impuls

Eine zerrüttete Familie

Lucas Pöpelvon Lucas Pöpel
Soziales Leben

1. Mose

Kapitel 31, Vers 25–​32

EINE AUSSPRACHE

25Als Laban am nächsten Tag Jakob erreichte, hatte dieser gerade seine Zelte im Gebirge Gilead aufgeschlagen. Laban und seine Verwandten schlugen dort ebenfalls ihr Lager auf. 26Dann stellte er Jakob zur Rede: »Warum hast du mich hinters Licht geführt und meine Töchter wie Kriegsgefangene fortgeschleppt? 27Warum hast du dich heimlich davongeschlichen? Du hättest doch ruhig etwas sagen können, dann wären wir fröhlich auseinandergegangen. Mit Gesang und Musik von Tamburinen und Lauten hätten wir euch verabschiedet und wären noch ein Stück Weg mitgegangen. 28Aber du hast mir nicht einmal erlaubt, meine Töchter und Enkel zum Abschied zu küssen. Das war dumm von dir! 29Ich könnte es euch heimzahlen, aber der Gott eures Vaters hat letzte Nacht zu mir gesagt: ›Hüte dich davor, Jakob auch nur mit einem Wort zu bedrohen!‹ 30Na schön, du bist losgezogen, weil das Heimweh dich nach Hause zu deiner Familie treibt. Aber warum hast du meine Götterfiguren gestohlen?« 31»Ich habe dich heimlich verlassen, weil ich Angst hatte, du würdest mir sonst deine Töchter wegnehmen«, antwortete Jakob. 32»Und was deine Götterfiguren betrifft: Bei wem du sie findest, der soll sterben! Durchsuch alles und nimm, was dir gehört – die Männer hier sind Zeugen!« Jakob wusste nämlich nicht, dass Rahel die Götterfiguren gestohlen hatte.

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Das waren schwierige Familienverhältnisse. Beide Seiten haben sich gegenseitig hintergangen. Laban hat Jakob am laufenden Band betrogen, angefangen bei seinen Töchtern. Doch auch Jakob hat immer wieder versucht, das Beste für sich herauszuholen (z. B. dafür zu sorgen, dass er die besseren Schafe abbekommt). Hier wird von einer zerrütteten Beziehung berichtet, in der man sich nicht mehr vertrauen konnte und mochte. Die heimliche Flucht Jakobs ist ein klares Indiz für das Misstrauen, das er seinem Schwiegervater entgegenbrachte.

Wenn man sich die Geschichte Jakobs vor Augen führt, könnte man meinen, dass Gott nun ein wenig ironisch mit ihm umging. Jakob, der seinen Bruder wie seinen Vater betrogen hatte, floh nun vor seinem Schwiegervater, weil er Angst davor hatte, von ihm getäuscht zu werden. Ob er sich wohl daran erinnert hat, wie er mit seiner eigenen Familie umgegangen war und nun nachvollziehen konnte, welche Konsequenzen ein solches Verhalten hatte?

Auf jeden Fall führt uns die Familie Isaaks deutlich vor Augen, dass Betrug wie Täuschung keine guten Voraussetzungen für stabile und vertrauensvolle Beziehungen sind. Im Gegenteil, Gott selbst musste eingreifen, indem er Laban durch eine übernatürliche Gottesbegegnung daran erinnerte, dass Jakob unter seinem Schutz stand. Bemerkenswert! Gott setzt sich auch dann für seine Leute ein, wenn sie kein gutes Beispiel abgeben.