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Impuls

Das richtige Menschenbild

Annemieke Binggelivon Annemieke Binggeli
Glaubensleben

Esther

Kapitel 5, Vers 9–​14

Haman will Mordechai töten

9Haman war fröhlich und gut gelaunt, als er vom Mahl bei der Königin aufbrach. Er ging zurück durch den Palast und stieß dabei auf Mordechai, der nicht einmal vor ihm aufstand oder ihm sonst seine Achtung zeigte. Haman wurde wütend, 10doch er beherrschte sich. Als er zu Hause war, ließ er seine Freunde und seine Frau Seresch zu sich kommen. 11Dann prahlte er mit seinem großen Reichtum und mit seinen vielen Söhnen. Er erzählte, dass der König ihn zu einem mächtigen Mann gemacht hatte, dem alle anderen Beamten und führenden Männer untergeordnet waren. 12»Und heute«, fuhr er fort, »hat Königin Esther außer dem König nur noch mich zum Festmahl eingeladen! Auch morgen hat sie mich zusammen mit dem König zum Essen gebeten! 13Aber das alles bedeutet mir überhaupt nichts, wenn der Jude Mordechai nicht bald aus dem Palast verschwindet.« 14Da schlugen ihm seine Frau und seine Freunde vor: »Lass einen Galgen aufrichten, der 25 Meter hoch ist! Und morgen früh bitte den König, dass er Mordechai daran aufhängen lässt! Dann kannst du gut gelaunt mit dem König das Festessen genießen.« Der Vorschlag gefiel Haman, und er ließ einen Galgen aufrichten.

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Wir schauen hier mitten hinein in den Kopf eines Menschen, dessen Geist von Ruhm und Stolz zerfressen war. Haman brauchte es, dass Menschen ihn nicht nur beachteten, sondern sogar ihn anbeteten. Da Mordechai dies aufgrund seines jüdischen Glaubens nicht tun wollte, plante Haman gemeinsam mit seinen Vertrauten, Mordechai am Galgen töten zu lassen. Wie abscheulich und grausam kann man sein, fällt mir dazu nur ein.

Die Bibel malt an keiner Stelle ein herausragendes Bild des menschlichen Herzens. So beschreibt zum Beispiel diese Bibelstelle es sehr treffend, in der Gott spricht:

"Das Sinnen des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an." (1. Mose 8:25)

Oder auch diese:

"Nichts ist so undurchschaubar wie das menschliche Herz, es ist unheilbar krank." (Jeremia 17:9)

Haman war von der Welt zu dem gemacht worden, der er war. Er lebte ohne Gott. Sein Geist war nicht erfüllt von dem Geist Gottes, dem Heiligen Geist, sondern von dem Geist dieser Welt, der eine Person unter Umständen dazu bringen kann, voller Hochmut und Stolz grausame Entscheidungen zu treffen. Getrieben vom eigenen Geltungsdrang und Machtstreben.

Dieses biblische Menschenbild entspricht nicht dem unserer Gesellschaft, worin der Mensch von sich aus gut sei. Dies geht auf den Humanismus zurück, eine uralte Ideologie. Wir tun gut daran, jede Ideologie von dem Menschenbild der Bibel zu unterscheiden. Denn: Alle Menschen haben einen schlechten Kern und brauchen Jesus.