1. Mose
Kapitel 43, Vers 26–34
ESSEN BEI JOSEF
26Als Josef eintrat, überreichten sie ihm die Geschenke und warfen sich vor ihm nieder. 27Er erkundigte sich, wie es ihnen ging. »Was macht euer alter Vater, von dem ihr mir erzählt habt?«, fragte er. »Lebt er noch?« 28»Ja, Herr«, antworteten sie, »und es geht ihm gut.« Dann warfen sie sich erneut vor ihm nieder. 29Josef sah seinen Bruder Benjamin an, den Sohn seiner eigenen Mutter, und fragte: »Das ist also euer jüngster Bruder, von dem ihr mir erzählt habt? Gott segne dich!« 30Der Anblick Benjamins bewegte ihn so sehr, dass ihm die Tränen kamen. Er lief hinaus und weinte in seinem Zimmer. 31Dann wusch er sein Gesicht und ging wieder zurück. Mühsam beherrschte er sich und befahl seinen Dienern, das Essen aufzutragen. 32Josef hatte einen eigenen Tisch, die Brüder aßen an einem anderen, und an einem dritten saßen die Ägypter, die mit dabei waren. Ihre Religion verbot es den Ägyptern nämlich, mit den Hebräern an einem Tisch zu essen, weil sie dadurch unrein würden. 33Josefs Brüder saßen ihm gegenüber. Jeder hatte seinen Platz zugewiesen bekommen, und zwar genau nach der Reihenfolge ihres Alters. Sie blickten sich erstaunt an. 34Als Zeichen der besonderen Ehre ließ Josef ihnen von den Gerichten auftragen, die auf seinem Tisch standen. Benjamin bekam einen sehr großen Anteil – fünfmal so viel wie seine Brüder! Dazu tranken sie Wein. Es war eine fröhliche Feier.
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Weitere Infos →Der heutige Abschnitt nimmt sich die Zeit, die Feierlichkeiten genau zu beschreiben. Drei Tische. An dem einen saß Josef, an dem zweiten saßen seine Brüder und an einem dritten weitere ägyptische Gäste. Die Brüder staunten nicht schlecht. Über viele Dinge. Zuerst einmal grundsätzlich, dass sie hier im Palast mit Josef aßen. Aber auch über die Tatsache, dass Josef sie scheinbar "intuitiv" in der richtigen Altersfolge Platz nehmen ließ (vgl. V. 33). Und dann war da noch das interessante Detail, dass Benjamin "fünfmal so viel wie seine Brüder" auf dem Teller hatte. Am Ende heißt es: "Dazu tranken sie Wein. Es war eine fröhliche Feier." [34]
Für mich wirkt es so, als wenn der Schreiber sich bewusst Zeit nimmt, die Feier ihren Lauf nehmen zu lassen. Spürst du das auch? Da ist keine Dringlichkeit oder so etwas. Klar, es gibt ein paar Details, die uns der Text verrät und sicherlich auch kommunizieren möchte, doch ansonsten wird einfach diese Feierlichkeit beschrieben.
Wann hast du das letzte Mal einfach den Moment genossen? Vielleicht gerade auch eine Versöhnung oder einen ähnlichen Moment, wie ihn Josef und seine Halbbrüder erlebten. Ich bin davon überzeugt, dass Gott das feierliche Beisammensein mehr hochhebt, als wir meinen. Er hat schließlich die Gemeinschaft geschaffen. Fühl dich eingeladen, Momente in deinem Leben zu genießen.