Josua
Kapitel 6, Vers 20–27
Der Herr war mit Josua
20Die Priester bliesen ihre Hörner, und die Soldaten stimmten das Kriegsgeschrei an. Da stürzte die Mauer von Jericho ein. Die Israeliten stürmten die Stadt von allen Seiten und eroberten sie. 21Mit ihren Schwertern vernichteten sie alles Leben darin: Männer und Frauen, Kinder und Greise, Rinder, Schafe und Esel. 22Den beiden jungen Männern, die Jericho erkundet hatten, befahl Josua: »Geht zum Haus der Prostituierten und holt sie und ihre Angehörigen heraus, wie ihr es geschworen habt!« 23Die beiden liefen zu Rahabs Haus, brachten sie zusammen mit ihren Eltern, Geschwistern und allen Verwandten aus der Stadt und führten sie an einen Ort außerhalb des israelitischen Lagers. 24Schließlich steckte man Jericho in Brand. Nur das Silber, das Gold und die bronzenen und eisernen Gegenstände nahmen die Israeliten mit und brachten sie in die Schatzkammer des heiligen Zeltes. 25Von den Einwohnern der Stadt ließ Josua niemanden am Leben außer der Prostituierten Rahab, der Familie ihres Vaters und ihren anderen Verwandten. Denn sie hatte die israelitischen Kundschafter versteckt, die Josua nach Jericho gesandt hatte. Noch heute lebt sie in Israel. 26Als Jericho niederbrannte, sprach Josua einen Fluch aus: »Die Strafe des HERRN soll den treffen, der diese Stadt wieder aufbaut. Wenn er das Fundament legt, muss er dafür mit dem Tod seines ältesten Sohnes bezahlen, und wenn er die Tore einsetzt, wird er auch noch seinen jüngsten verlieren.« 27Der HERR stand Josua zur Seite. Im ganzen Land sprach man von ihm.
© Biblica, Inc.
Hoffnung für alle ™ Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc. Used with permission. All rights reserved worldwide.
“Hoffnung für alle” is a trademark registered in European Union Intellectual Property Office (EUIPO) by Biblica, Inc. “Biblica”, “International Bible Society” and the Biblica Logo are trademarks registered in the United States Patent and Trademark Office by Biblica, Inc. Used with permission.
Weitere Infos →Vor ihren Augen geschah das Unmögliche. Die Mauer von Jericho stürzte ein. Daraufhin folgte eine blutige Eroberung. Nur die Prostituierte Rahab mit ihrer Familie überlebte. Sie hatte israelitischen Kundschaftern zu einem früheren Zeitpunkt geholfen, vor den Soldaten Jerichos zu fliehen.
Rahab hin oder her. Der Bibelabschnitt von heute fordert mich heraus. Alle Männer, Frauen, Kinder und Tiere der Stadt wurden umgebracht. Das ist ein Schlag ins Gesicht. Bildlich nicht auszumalen. Das Leid, der Schmerz – unvorstellbar. Wieso, Gott?
Was mir hilft, diesen Text einzuordnen, ist es, etwas Abstand zu gewinnen. Wir dürfen nicht den Fehler machen, den Text eins zu eins auf unsere heutige Zeit zu übertragen. Heute verurteilen wir Krieg. Und das ist auch gut so. Damals war Krieg, unabhängig von der Bibel, nichts Ungewöhnliches. Es war die Realität der damaligen Völker und Kulturen. Das Volk Israel erlebte den Gott der Bibel in dieser Realität.
Ein zweiter Aspekt: Die Israeliten glaubten, anders als die umliegenden Kulturen, nur an einen einzigen Gott. Wenn sie andere Völker eroberten, dann taten sie dies meist kompromisslos, um zu verhindern, dass die fremden Götterkulte der anderen Völker übernommen würden.
Trotz alledem bleibt der Text für mich eine Herausforderung. Und das ist okay für mich. Ich habe nicht den Anspruch, dass mich in der Bibel nichts mehr herausfordert. Schließlich soll mein Glaube herausgefordert werden und das ist soeben passiert.