1. Mose
Kapitel 27, Vers 26–40
DAS ENDE DER LIST
26»Komm und küss mich, mein Sohn!«, bat Isaak. 27Jakob ging zu ihm und küsste ihn. Als Isaak den Duft der Kleider roch, sprach er den Segen: »Mein Sohn, deine Kleider tragen den Geruch der Felder, die der HERR mit Regen getränkt hat! 28Gott gebe dir viel Regen und mache dein Land fruchtbar, Getreide und Wein sollst du im Überfluss ernten! 29Viele Völker und Volksstämme sollen sich dir unterwerfen und dir dienen. Herrsche über deine Brüder; in Ehrfurcht müssen sie sich vor dir beugen! Verflucht sei, wer dir Böses wünscht; wer dir aber wohlgesinnt ist, soll gesegnet werden!« 30Kaum hatte Isaak diesen Segen ausgesprochen und Jakob das Zelt wieder verlassen, da kam auch schon Esau von der Jagd zurück. 31Auch er bereitete das Essen so zu, wie es sein Vater gerne aß, und brachte es ihm. »Setz dich auf und iss von meinem Wild, Vater, damit du mir den Segen geben kannst!«, sagte er. 32»Wer bist denn du?«, fragte Isaak verwundert. »Dein Sohn Esau, dein Erstgeborener!«, bekam er zur Antwort. 33Da erschrak Isaak heftig und fing an zu zittern. »Aber gerade eben hat mir schon jemand gebratenes Wild zu essen gegeben!«, rief er. »Ich habe alles gegessen und ihn gesegnet, bevor du kamst. Ich kann mein Wort nicht mehr rückgängig machen!« 34Als Esau das hörte, schrie er voll Bitterkeit laut auf. »Bitte, Vater, segne mich doch auch!«, flehte er. 35Aber Isaak entgegnete: »Dein Bruder hat dich betrogen und um den Segen gebracht.« 36»Ja, nicht umsonst trägt er den Namen Jakob«, sagte Esau. »Jetzt hat er mich schon zum zweiten Mal überlistet! Zuerst hat er sich meine Rechte als ältester Sohn erschlichen, und jetzt bringt er mich auch noch um den Segen, der mir zusteht! Hast du denn keinen Segen mehr für mich übrig?« 37Isaak antwortete: »Ach, Esau, ich habe ihn zum Herrscher über dich gemacht, und alle seine Stammesverwandten müssen ihm dienen. Getreide und Wein habe ich ihm versprochen – was kann ich dir da noch geben, mein Sohn?« 38Aber Esau ließ nicht locker: »Hast du wirklich nur diesen einen Segen, Vater? Segne doch auch mich!« Er fing laut an zu weinen. 39Da versprach Isaak: »Dort, wo du wohnst, wird es zwar keine fruchtbaren Felder geben, kein Regen wird dein Land bewässern! 40Durch dein Schwert musst du dich ernähren, und deinem Bruder wirst du dienen. Doch eines Tages wirst du sein Joch abschütteln!«
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Weitere Infos →Was für eine tiefe Dramatik liegt in diesen Zeilen! Esau kam zu spät. Die List war bereits gelungen und Jakob hatte sich den Segen ihres gemeinsamen Vaters Isaak erschlichen. Jakob hatte sich als Esau ausgegeben. Eigentlich wäre Esau der rechtmäßige Empfänger des väterlichen Segens gewesen. Doch die List war geglückt: Jakob hatte Esau ohnehin schon das Erstgeborenenrecht abgekauft und sich nun auch noch den Segen erschlichen, Isaak konnte den Segen nicht rückgängig machen … Eine echt harte Nummer für Esau und ebenso für den betrogenen Isaak.
Esau ließ in seiner Verzweiflung nicht locker. Er bat Isaak darum, ihm doch noch ein Stück des Segens zu geben (vgl. V. 38). Und tatsächlich: Isaak reagierte. Immerhin konnte er seinem Sohn Esau folgende abschließende Aussicht mit auf den Weg geben: "Durch dein Schwert musst du dich ernähren, und deinem Bruder wirst du dienen. Doch eines Tages wirst du sein Joch abschütteln!" [40]
Ungerechtigkeit, Lug und Betrug sind Teil unserer Welt. Insbesondere dann, wenn du selbst unter einer aktuell einfach ungerechten Situation leidest, möchte ich dir zusprechen, dass Gott jedes Unrecht sieht und ihm nicht egal ist, wie es dir dabei ergeht! So wie Isaak für seinen geliebten Sohn Esau hat auch Gott, dein dich liebender Vater, eine hoffnungsvolle Perspektive für dich. Da ist Licht für dich, auch in aller dir widerfahrenen Ungerechtigkeit!