1. Mose
Kapitel 33, Vers 12–17
SUKKOT
12»Jetzt können wir zusammen weiterziehen«, schlug Esau vor, »ich gehe mit meinen Leuten voraus und zeige euch den Weg.« 13Aber Jakob entgegnete: »Mein Herr, du siehst, dass ich kleine Kinder bei mir habe. Auch bei meinen Herden gibt es viele säugende Schafe, Ziegen und Rinder. Wenn ich die Tiere nur einen Tag überanstrenge, sterben sie! 14Darum ist es besser, wenn du schon vorausziehst und wir später nachkommen. Dann kann ich mich nach dem langsamen Tempo der Kinder und der Jungtiere richten und dich in Seïr wiedertreffen!« 15»Aber ich lasse wenigstens einige meiner Männer zum Schutz bei dir!«, erwiderte Esau. »Nein, das ist nicht nötig!«, wehrte Jakob ab. »Wichtig ist für mich nur, dass du mich wieder angenommen hast!« 16Dann machten sich beide auf den Weg: Esau kehrte nach Seïr zurück, 17aber Jakob folgte ihm nicht, sondern zog nach Sukkot. Dort baute er ein Haus, und für seine Herden fertigte er Hütten an. Darum trägt der Ort den Namen Sukkot (»Hütten«).
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Weitere Infos →Nach der ungeahnten und hollywoodreifen Versöhnung trennten sich die Wege von Jakob und Esau wieder. Man spürt eine unterschwellige Spannung zwischen den beiden, zumindest aufseiten Jakobs. Er wollte sich scheinbar so schnell wie möglich von Esau lösen, ohne ihn zu provozieren oder zu reizen. Hauptsache, alles würde glimpflich für ihn ablaufen.
Deshalb lehnte er sowohl Esaus Angebot ab, ihn zu begleiten, als auch das angebotene Geleit durch Esaus Männer. Es fühlt sich so an, als suchte Jakob irgendwelche Ausflüchte, damit er bloß keinen weiteren Kontakt mit Esau oder Esaus Männern hätte. Das Aufeinandertreffen mit dem zumindest für Jakob furchteinflößenden Esau war gut gegangen, doch ein erneutes gemeinsames familiäres Leben konnte sich Jakob nicht vorstellen. Der Konflikt mit seinem Bruder war gut ausgegangen, doch ein familiärer Zusammenhalt ist nicht zustande gekommen.
Dies zeigt sich auch daran, dass wir nach diesem Textabschnitt nichts mehr von Esau hören werden. Der Erstgeborene Isaaks verschwindet von der Bildfläche. Nur beim Begräbnis von Isaak taucht er noch einmal auf. Demnach ist ein echtes Miteinander zwischen Jakob und Esau wohl tatsächlich nicht mehr zustande gekommen. Dies passt auch zu dem Ort, wo Jakob sich ein Haus baute: Sukkot, was mit "Unterschlupf, Schutzraum" übersetzt werden kann. Jakob hat sich wieder von Esau entfernt.