Daniel
Kapitel 4, Vers 16–25
Alles traf ein
16Daniel, den man Beltschazar nannte, war eine Zeit lang starr vor Schreck, so erschütterte ihn das Gehörte. Da sagte ich zu ihm: »Beltschazar, mein Traum und seine Deutung brauchen dir keine Angst einzujagen!« Daniel erwiderte: »Mein Herr und König, ich wünschte, die Botschaft würde deinen Feinden gelten, allen, die dich hassen! 17Du hast einen Baum gesehen, der immer größer wurde, bis sein Wipfel schließlich den Himmel berührte. Noch vom äußersten Ende der Erde aus konnte man ihn erkennen. 18Er besaß prächtige Blätter und trug viele Früchte. Den wilden Tieren bot er Schatten, in seinen Zweigen nisteten die Vögel. Alle Menschen und Tiere ernährten sich von seinen Früchten. 19Dieser Baum bist du, mein König! Mächtig und bedeutend bist du geworden! Deine Größe reicht bis zum Himmel, und deine Herrschaft erstreckt sich bis zum Ende der Erde. 20Dann hast du gesehen, wie ein Engel Gottes vom Himmel herabkam und rief: ›Fällt den Baum und haut ihn in Stücke; den Wurzelstock aber lasst stehen und bindet ihn mit Ketten aus Eisen und Bronze auf der Wiese fest! Der Mensch, den dieser Wurzelstock darstellt, soll vom Tau durchnässt und den Tieren gleich werden! Sieben Zeiträume lang wird dies dauern.‹ 21Höre, mein König, was der höchste Gott über dich beschlossen hat: 22Man wird dich aus der menschlichen Gemeinschaft ausstoßen, und du musst unter den Tieren hausen. Du wirst Gras fressen wie ein Rind und nass werden vom Tau. Erst wenn sieben Zeiträume vergangen sind, wirst du erkennen: Der höchste Gott ist Herr über alle Königreiche der Welt. Er vertraut die Herrschaft an, wem er will. 23Du hast gehört, wie der Engel befahl, den Wurzelstock stehen zu lassen. Dies bedeutet: Du darfst wieder als König regieren, wenn du Gott als Herrn anerkennst. 24Nimm meinen Rat an, o König! Sag dich von allem Unrecht los und tu Gutes! Mach deine Verfehlungen wieder gut, indem du den Armen hilfst! Dann wird es dir vielleicht auch in Zukunft gut gehen.« 25Alles traf so ein, wie Daniel es vorausgesagt hatte.
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Weitere Infos →Nebukadnezar hatte wieder einen Traum. Das kommt uns doch bekannt vor? In Kapitel 2 hatte Nebukadnezar bereits einen Traum und er erlebte dabei, dass ihm seine Zauberer, Zeichendeuter, Wahrsager und Astrologen überhaupt nicht weiterhelfen konnten.
Eine Sache hatte er verstanden: Weil Daniel den Traum deuten und auslegen konnte, wusste er, dass in ihm ein besonderer Geist Gottes wohnte (vgl. V. 15).
Was Nebukadnezar aber noch nicht verstanden hatte, war, dass dieser Gott mächtiger war als er und der wahre König des Himmels und der Erde ist. Er sündigte weiter, wurde überheblich und kümmerte sich nicht um die Armen und Unterdrückten. Er "verträumte" sich, indem er sich selbst zu wichtig nahm …
Daniel wusste durch den Traum sehr schnell, um was es ging. Gott würde Nebukadnezar durch eine Phase von Erniedrigung zeigen, dass er als König von Babylon nicht das Zentrum des Universums ist.
Trotz der harten Botschaft blieb Daniel mutig, er deutete den Traum wahrheitsgemäß und gab Nebukadnezar noch einen Rat mit:
"Lass ab von deiner Sünde und schaffe Recht. Brich mit deinen Ungerechtigkeiten und kümmere dich darum, dass die Armen und die Unterdrückten das bekommen, was sie brauchen. Nur dann kann es dir auf Dauer gut gehen." [24]
Gott hat für uns ein Leben in Fülle. Wir erleben das, wenn wir uns selbst nicht zum Zentrum machen, sondern ihn anbeten und unsere Mitmenschen ehren. Das ist die wahre Erfüllung im Leben.