Esra
Kapitel 9, Vers 10–15
Hinwendung zu Gott
10Doch was können wir jetzt noch sagen, unser Gott, nach allem, was wir getan haben? Wir haben uns über dein Gebot hinweggesetzt, 11das du uns durch deine Diener, die Propheten, gegeben hast. Du sprachst: ›Das Land, das ihr in Besitz nehmen werdet, ist durch den Götzendienst seiner Bevölkerung entweiht. Sie haben eure künftige Heimat durch ihre abscheulichen heidnischen Bräuche beschmutzt. 12Darum sollt ihr mit ihnen keine Ehe eingehen – eure Töchter nicht mit ihren Söhnen und eure Söhne nicht mit ihren Töchtern! Fördert niemals den Erfolg und Wohlstand dieser Völker. Wenn ihr euch daran haltet, werdet ihr stark sein, die Ernte eures Landes genießen und es euren Nachkommen für alle Zeiten weitervererben.‹ 13Aber unser Volk war dir ungehorsam und lud immer mehr Schuld auf sich, darum brachtest du großes Unheil über uns. Doch du hast uns nicht so schwer gestraft, wie wir es verdient hätten, sondern uns hier im Land in Sicherheit gebracht. 14Wie konnten wir nur aufs Neue deine Gebote mit Füßen treten und uns mit diesen heidnischen Völkern einlassen? Muss dich da nicht der Zorn packen, bis du uns ganz vernichtet hast, bis niemand von uns mehr übrig bleibt? 15HERR, du Gott Israels, du bist gerecht! Du hast uns, den Rest deines Volkes, gerettet. Doch jetzt stehen wir als Schuldige hier und können nicht vor dir bestehen.«
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Weitere Infos →Esra ist sich des Ernstes der Lage bewusst: Gott ist heilig. Und die Menschen – in diesem Fall das Volk Israel – sind es nicht. Anstatt nun arrogant und hochmütig vor Gott zu treten, weil man die Schwere der eigenen Schuld vor Gott nicht einsehen möchte, stand Esra demütig im Namen seines ganzen Volkes vor Gott.
Von Esra können wir uns an dieser Stelle viel abschauen: Ja, durch Jesu Tod am Kreuz, stellvertretend für all unsere Schuld, sind wir durch den Glauben an dieses Erlösungswerk von aller Sünde freigesprochen. Ja, Gott vergibt dir alles – selbst das Schlimmste, das du dir nur vorstellen könntest.
Aber, und das ist ein großes Aber: Gott verliert dadurch weder an Autorität noch an Heiligkeit! Manchmal frage ich mich, ob uns das allen wirklich so bewusst ist. Gott ist im Neuen Testament nicht zu einem "Kuschel-Gott" mutiert, sondern ist immer noch genauso zu respektieren wie zur Zeit des Alten Testaments.
Wie treten wir vor Gott, wenn wir einen Fehler machen? Voller Hochmut, weil wir ja sowieso seine geliebten Kinder sind und er uns angeblich nie böse sein könnte? Oder voller Demut, in der Gewissheit, dass uns zwar vergeben ist, wir aber dennoch Gott als den, der er ist, zu respektieren haben? Ja, Gott ist unser liebender Vater, bleibt aber auch unser Herr.