Es gibt diese leise Unruhe.
Wir spüren sie im Herzen und Social Media verstärkt sie nur.
Sie flüstert uns zu: „Da geht noch mehr!”
Noch mehr Erlebnisse. Noch mehr Highlights. Noch mehr Tiefe. Noch mehr Leben.
Und während du scrollst, vergleichst und planst, wächst sie: Die Angst davor, etwas zu verpassen. FOMO nennen wir sie: „Fear of missing out“. Dieser Titel wirkt harmlos, als wäre es einfach ein modernes Phänomen, wovon wir viele kennen. Dabei kann sie uns innerlich zwar antreiben, aber auch ausbrennen.
Die FOMO lebt von der Illusion, dass das Leben eigentlich woanders passiert als hier gerade in diesem Moment. Das Leben würde bei anderen passieren. In anderen Städten. In anderen Ländern. Mit anderen Entscheidungen. In einer anderen Version von dir selbst.
Und plötzlich fühlt sich dein eigenes Leben an wie ein Warteraum. Schon ganz okay, aber eben nicht das richtige Leben. Noch nicht.
Der Glaube an Gott setzt hier etwas dagegen: Das „Genug-Sein“.
Nicht im Sinne von: „Jetzt stell dich nicht so an!“, sondern in der befreienden Wahrheit: „Du bist mitten im Leben. Nicht daneben.“
Die Bibel erzählt uns immer wieder von Menschen, die Angst hatten, etwas in ihrem Leben zu verpassen. Scheinbar gab es auch vor Tausenden Jahren die FOMO: Mose zweifelte, ob er die richtige Person für den Auftrag sei, den Gott für ihn hatte. Petrus verglich sich mit anderen und lief mit dem Kopf durch die Wand, einfach nur, um weiterzukommen. Martha war so beschäftigt mit dem, was noch zu tun war, dass sie das Eigentliche verpasste: die Gegenwart Jesu in ihrem Haus.
FOMO zeigt sich auch oft darin, dass du Angst hast, eine Entscheidung zu treffen.
Was, wenn du später merkst, dass du anders hättest leben sollen?
Der christliche Glaube antwortet hierauf nicht mit einem perfekten Lebensplan, sondern mit der befreienden Zusage: Gott geht mit!
Gott geht nicht nur mit, wenn wir „richtig“ entscheiden, sondern auch dann, wenn wir uns scheinbar verrennen. Selbst dann, wenn wir umkehren müssen. Und auch dann, wenn ein Traum zerplatzt.
Vielleicht könnte das der größte Gegenpol zur FOMO sein: „Ich muss mein Leben nicht perfekt gestalten, damit ich bloß nichts verpasse. Ich darf es einfach leben.“
Jesus betonte in der Bibel immer wieder, dass das wahre Leben nicht darin besteht, auf dieser Erde immer mehr an Dingen oder Erfolgen anzuhäufen. Das Leben mit Gott besteht vielmehr aus Erfahrungen, wie wir dynamisch mit ihm durch unseren Alltag gehen.
Das ist entlastend. Denn es bedeutet, präsent zu sein. Jetzt. Hier. In diesem Moment. In diesem Leben, das Gott dir geschenkt hat.
Jesus lädt uns ein, langsamer zu werden, tiefer und ehrlicher. Gott sagt nicht: „Du darfst dir nichts wünschen.“ Zugleich fragt Jesus dich: „Was brauchst du wirklich?“
Vielleicht kennen wir FOMO, weil wir zu wenig innehalten. Nicht, weil wir zu wenig erleben. Wir halten zu wenig inne, um uns bei Jesus zu verankern und im Rückblick auf die letzten Jahre zu erkennen, wie reich wir eigentlich gesegnet sind.
FOMO treibt uns an.
Die Glaubensbeziehung zu Gott gibt uns jedoch Halt und Sinn, wonach wir uns eigentlich sehnen.
Und vielleicht ist genau das der Punkt: Dass das Leben nicht dort beginnt, wo alles aufregender wird, sondern dort, wo wir ehrlich mit uns und Gott werden und wo wir Gott wirklich den Freiraum geben, uns zu verändern und unser Herz zu heilen.
Gott schaut nicht weg. Er prüft aber auch nicht, ob wir auch ja alles richtig machen. Gott ist derjenige, der dir sagt:
Ich bin da. Genau hier. Bist du auch gerade hier in diesem Moment? Dann lass uns reden.