2. Samuel
Kapitel 19, Vers 25–31
Die Begegnung mit Mefi-Boschet
25Auch Sauls Enkel Mefi-Boschet kam dem König entgegen. Seit David aus Jerusalem fliehen musste, hatte er als Zeichen der Trauer seine Füße nicht mehr gewaschen, den Bart nicht mehr gepflegt und keine frischen Kleider mehr angezogen. So wollte er warten, bis David wohlbehalten zurückkehren würde. 26Als er nun dem König entgegenkam, fragte dieser ihn: »Warum bist du nicht mit mir gekommen, Mefi-Boschet?« 27Er antwortete: »Mein König, dafür ist mein Knecht Ziba verantwortlich, denn er hat mich betrogen! Ich wollte dich begleiten und dafür meinen Esel satteln lassen, weil ich ja nicht mehr richtig laufen kann. 28Doch Ziba ist zu dir gegangen und hat mich bei dir verleumdet. Du aber bist klug und weise wie ein Engel Gottes. Tu mit mir, was du für richtig hältst! 29Die Familie meines Großvaters hatte den Tod verdient nach allem, was sie dir angetan hat. Trotzdem hast du mich, deinen ergebenen Diener, als Gast an deinem Tisch essen lassen. Da kann ich es nicht wagen, noch mehr von dir zu erwarten!« 30»Reden wir nicht mehr davon«, sagte David. »Ziba und du, ihr sollt euch Sauls Besitz teilen.« 31»Ziba kann auch alles haben«, erwiderte Mefi-Boschet, »das Wichtigste für mich ist, dass der König heute unversehrt in seinen Palast zurückkehrt.«
© Biblica, Inc.
Hoffnung für alle ™ Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc. Used with permission. All rights reserved worldwide.
“Hoffnung für alle” is a trademark registered in European Union Intellectual Property Office (EUIPO) by Biblica, Inc. “Biblica”, “International Bible Society” and the Biblica Logo are trademarks registered in the United States Patent and Trademark Office by Biblica, Inc. Used with permission.
Weitere Infos →David hätte viele Gründe gehabt, sich an manchen Menschen zu rächen. Doch was wir bisher über Davids Rückkehr nach Jerusalem gelesen haben, war geprägt von großer Barmherzigkeit.
Im vorigen Abschnitt war es Schimi, der vor König David Gnade erfuhr. Nun war es Mefi-Boschet, der vom König herzlich empfangen wurde. Mefi-Boschet war der Sohn des verstorbenen Jonatan. Jonatan war der beste Freund Davids gewesen. Deshalb hatte David Mefi-Boschet sehr gern.
Doch da war auch noch Ziba, ein Diener am Königshof. Dieser hatte zuvor, als David vor Absalom fliehen musste, einige Lügen über Mefi-Boschet verbreitet:
"[…] Ich wollte dich begleiten und dafür meinen Esel satteln lassen, weil ich ja nicht mehr richtig laufen kann. Doch Ziba ist zu dir gegangen und hat mich bei dir verleumdet. […]" [27+28], beteuerte Mefi-Boschet.
David glaubte Mefi-Boschet seine Geschichte und vertraute ihm!
Es erstaunt mich immer wieder, was für ein offenes und warmherziges Herz David hat. Regelmäßig hielt er rachsüchtige Menschen davon ab, Böses zu tun. Er vergab, versöhnte und stiftete Frieden. Dabei hatte gerade er die schlimmsten Angriffe, Anfeindungen und Verleumdungen erlebt.
Machen wir es wie David und lassen wir die Vergangenheit an manchen Stellen ruhen:
"Reden wir nicht mehr davon […]" [30]