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Impuls

Vertrauen oder Misstrauen?

Thaddäus Schindlervon Thaddäus Schindler
Soziales Leben

2. Samuel

Kapitel 3, Vers 22–​30

Abners Ermorderung

22Kurz darauf kam Joab mit Davids Soldaten von einem Streifzug zurück. Sie hatten reiche Beute gemacht. 23Kaum waren sie in der Stadt, wurde Joab berichtet: »Abner, der Sohn von Ner, ist beim König gewesen, und der ließ ihn unbehelligt wieder ziehen.« 24Sofort lief Joab zum König und rief: »Was habe ich da gehört? Abner war hier, und du hast ihn einfach wieder gehen lassen? 25Du kennst ihn doch, er heuchelt dir nur etwas vor! In Wirklichkeit wollte er ausspionieren, was du tust und vorhast.« 26Joab schickte einige Boten hinter Abner her, die ihn zurückbringen sollten. Bei der Zisterne von Sira holten sie ihn ein, und er kehrte mit ihnen um; der König aber wusste nichts davon. 27Als Abner in Hebron angekommen war, nahm Joab ihn beiseite und führte ihn in einen Raum im Stadttor, als wollte er heimlich etwas mit ihm besprechen. Doch plötzlich zog er sein Schwert und stieß es Abner in den Bauch. So brachte Joab ihn um und rächte sich dafür, dass er seinen Bruder Asaël getötet hatte. 28Als David davon erfuhr, rief er: »Ich schwöre vor dem HERRN, dass ich unschuldig bin an Abners Tod, und auch meine Nachfolger sollen niemals dafür büßen müssen! 29Joab allein trägt die Verantwortung. Ihn und seine Familie soll die gerechte Strafe treffen: Von jetzt an sollen immer einige seiner Nachkommen eine Geschlechtskrankheit haben, aussätzig oder gelähmt sein, ermordet werden oder Hunger leiden.« 30So rächten sich Joab und sein Bruder Abischai an Abner. Sie ermordeten ihn, weil er in der Schlacht bei Gibeon ihren Bruder Asaël getötet hatte.

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Wer war dieser Abner, von dem wir in den vorangegangenen Kapiteln immer wieder gelesen haben? Abner war ein wichtiger Krieger Sauls, der nach dessen Tod Isch-Boschet (ein Sohn Sauls) unterstützte. Wie wir im vorigen Abschnitt gelesen haben, kam es zwischen Isch-Boschet und Abner zu Reibereien. Abner versuchte daraufhin, sich mit David zu verbünden. Das wiederum gefiel Joab (dem Befehlshaber von Davids Truppen) gar nicht. Er tötete Abner heimlich.

Das ist der Kontext. Mein Augenmerk möchte ich auf David richten. Auch hier sind es nicht Wut, Hass und Rache, die David angetrieben haben, als Abner zu ihm kam. David begegnete ihm offen. Ich glaube, dass David ein größeres Ziel verfolgte. Er wollte das zerstrittene Volk Israel wieder vereinen. Das würde ihm nicht mit Streit, Rache und Bitterkeit, sondern mit Offenheit, Vertrauen und Gesprächen gelingen.

Wir wissen nicht, ob Abner wirklich ganz reine Absichten hatte oder ob er, wie Joab ihm unterstellte, David nur ausspionieren wollte. David wusste es ganz sicher auch nicht. Dennoch ging er auf Abner ein. Davids Basis war Vertrauen. Misstrauen musste man sich bei ihm "verdienen". Bei Joab und vielen anderen war es umgekehrt. Misstrauen war die Basis. Vertrauen musste man sich erarbeiten. Wie ist es bei dir?