1. Mose
Kapitel 49, Vers 1–15
JAKOBS SEGEN FÜR SEINE SÖHNE
1Danach ließ Jakob alle seine Söhne herbeirufen. »Kommt an mein Bett«, forderte er sie auf, »ihr sollt wissen, was die Zukunft für euch bereithält. 2Meine Söhne, kommt zu mir, hört, was euer Vater Israel euch zu sagen hat! 3Ruben, du bist mein erster Sohn, geboren in der Zeit meiner größten Kraft. Du nimmst den höchsten Rang ein, genießt das größte Ansehen. 4Aber du kannst dich nicht im Zaum halten – darum wirst du nicht der Erste bleiben. Mit einer meiner Frauen hast du geschlafen und so das Ehebett deines eigenen Vaters entweiht. 5Simeon und Levi haben sich verbrüdert: Ihre Schwerter haben sie zu Mord und Totschlag missbraucht. 6Mit ihren finsteren Plänen will ich nichts zu tun haben, von ihren Vorhaben halte ich mich fern. In blinder Wut brachten sie Menschen um, mutwillig schnitten sie Stieren die Sehnen durch. 7Weil sie im Zorn so hart und grausam waren, müssen sie die Folgen tragen: Ihre Nachkommen erhalten kein eigenes Gebiet, sondern wohnen verstreut in ganz Israel. 8Juda, dich loben deine Brüder! Du bezwingst deine Feinde und wirst von allen Söhnen deines Vaters verehrt. 9Mein Sohn, du bist wie ein junger Löwe, der gerade seine Beute gerissen hat. Majestätisch legt er sich daneben. Wer würde es wagen, ihn zu stören? 10Juda, immer behältst du das Zepter in der Hand, Könige gehen aus deinem Stamm hervor – bis ein großer Herrscher kommt, dem alle Völker dienen. 11Juda wäscht seine Kleider in Wein – im Überfluss kann er den Saft der Trauben genießen; achtlos bindet er seinen Esel am besten Weinstock an – es wächst ja genug davon in seinem Land. 12Seine Augen sind dunkler als Wein und seine Zähne weißer als Milch. 13Sebulon – nah beim Meer wird er wohnen, sein Ufer ist ein Hafen für Schiffe. Bis nach Sidon erstreckt sich sein Gebiet. 14Issachar gleicht einem knochigen Esel, der zwischen den beiden Satteltaschen ruht. 15Für ein Stück gutes Land macht er sich zum Sklaven, sein Rücken beugt sich unter der schweren Last.
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Weitere Infos →Jakob rief seine Söhne zusammen, um ihnen ihre Zukunft vorauszusagen. Zuerst richtete er seine Worte an den Erstgeborenen. Jede Person aus der damaligen Zeit würde erwarten, dass ihm die Führung der Familie sowie ein großer Segen zuteilwerden würde.
Doch Ruben hatte in den Augen seines Vaters diese Stellung durch den Geschlechtsverkehr mit der Nebenfrau Jakobs verwirkt. Womit er sich in die Reihe vieler Erstgeborenen einreihte, die ihr Erstgeburtsrecht nicht empfangen haben (Kain, Ismael, Esau). Nun fiel der Blick Jakobs auf seinen Zweit- und Drittgeborenen. Sie würden dieses begehrte Recht jedoch ebenfalls nicht erhalten, wegen ihrer blutigen Gewalttaten.
Erst der vierte Sohn wurde von Jakob als neues Familienoberhaupt angesehen. Jenem wurde von seinem Vater eine goldene Zukunft vorausgesagt. Ihm wurden ein Königtum, die Herrschaft und großer Wohlstand verheißen. Dies wird ganz besonders durch die Bilder deutlich, die Jakob verwendete. Im alten Orient galt der Löwe als Symbol für Majestät und königliche Würde. Das Zepter vollendete dieses Bild, indem er auf die zukünftige Königsherrschaft von Juda hinwies.
Wer die weitere Geschichte kennt, weiß, dass Jakob recht behalten würde. Das Haus Juda würde zum größten Stamm Israels werden und aus ihm heraus erwuchs das Königshaus Davids. Auch Jesus würde aus diesem Geschlecht kommen und galt nicht ohne Grund als Löwe Judas – als König und Herrscher Israels.