Apostelgeschichte
Kapitel 28, Vers 16–22
Paulus in Rom
16In Rom erlaubte man Paulus, eine eigene Wohnung zu nehmen, in der er von einem Soldaten bewacht wurde. 17Drei Tage nach seiner Ankunft lud er die führenden Männer der jüdischen Gemeinde zu sich ein. Als sich alle versammelt hatten, sagte er: »Liebe Brüder! Ich habe nichts gegen unser Volk und nichts gegen die Überlieferungen unserer Vorfahren getan. Trotzdem hat man mich in Jerusalem gefangen genommen und an die Römer ausgeliefert. 18Sie haben mich verhört, und weil sie nichts fanden, was die Todesstrafe gerechtfertigt hätte, wollten sie mich freilassen. 19Aber die Juden waren dagegen. Nur deshalb musste ich mich auf den Kaiser berufen, nicht etwa, weil ich die Absicht habe, mein Volk in irgendeiner Weise anzuklagen. 20Um euch das zu sagen, habe ich euch hergebeten, denn ich trage diese Ketten, weil ich an den Retter glaube, auf den ganz Israel hofft.« 21Darauf sagten die Juden zu Paulus: »Wir haben bisher aus Judäa keine Briefe mit Nachrichten über dich erhalten. Und es ist auch niemand von dort hierhergekommen, der uns offiziell oder im privaten Gespräch etwas Nachteiliges über dich berichtet hätte. 22Wir würden aber gern erfahren, welche Ansichten du vertrittst, denn wir wissen von dieser Glaubensrichtung, dass sie sehr umstritten ist.«
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Weitere Infos →Eine ungerechte Situation wurde zu einer Möglichkeit, anderen von Jesus zu erzählen. Paulus nutzte sie. Er hatte sich seit einiger Zeit in Gefangenschaft befunden und konnte nicht selbst über sich entscheiden. Nur mit Erlaubnis von oben konnte er in eine eigene Wohnung ziehen.
Und nun saß Paulus hier, vor Juden, die noch nichts oder zumindest nur sehr wenig über Jesus Christus wussten. Paulus war ja selbst einmal ein großer Verfechter des Judentums gewesen. Als Pharisäer hatte er selbst die jüdische Lehre in Worten und Taten vertreten. Paulus wusste aus eigener Erfahrung, wie sehr Gottes Herz für sein Volk Israel, das Volk der Juden, schlägt. Und nun saß Paulus hier mit ihnen und bekam das direkte Angebot von ihnen selbst:
"Wir würden aber gern erfahren, welche Ansichten du vertrittst, denn wir wissen von dieser Glaubensrichtung, dass sie sehr umstritten ist." [22]
Wie oft wünschen wir uns vielleicht eine so eindeutige Einladung dazu, unseren Glauben zu teilen? Das passiert nicht oft. Doch die Bibelstelle zeigt mal wieder: In den undenkbarsten Situationen schenkt Gott Möglichkeiten, dass wir von Jesus erzählen können. Ich glaube, wir müssen nur wachsam sein und hinschauen. Die Chancen sind direkt um uns herum.