STAYONFIRE

Impuls

Lautstärke ersetzt keine Wahrheit!

Fiona Pfeifervon Fiona Pfeifer
Glaubensleben

Apostelgeschichte

Kapitel 19, Vers 32–​40

Aufruhr der Silberschmiede

32Bei der versammelten Volksmenge herrschte das größte Durcheinander; der eine schrie dies, der andere das. Die meisten wussten nicht einmal, warum sie sich überhaupt versammelt hatten. 33Die Juden schickten einen Mann namens Alexander nach vorn, und einige aus der Menge erklärten ihm, was der Anlass des Aufruhrs war. Alexander sollte bezeugen, dass sie mit der Sache nichts zu tun hätten. Er versuchte, die Menschen mit einer Handbewegung zum Schweigen zu bringen. 34Doch als sie merkten, dass er Jude war, schrien sie zwei Stunden lang in Sprechchören: »Groß ist die Artemis der Epheser!« 35Schließlich gelang es einem der höchsten Beamten der Stadt, die Menge zu beruhigen und sich verständlich zu machen. »Leute von Ephesus!«, rief er. »Jeder weiß doch, dass unsere Stadt die Hüterin des Tempels der großen Artemis ist und ihres vom Himmel gefallenen Bildes. 36Das ist eine Tatsache, und dem wird niemand widersprechen. Deshalb bleibt ruhig und tut nichts Unüberlegtes. 37Ihr habt diese Männer hierhergeschleppt, obwohl sie weder den Tempel beraubt noch unsere Göttin gelästert haben. 38Sollten Demetrius und die anderen Kunsthandwerker irgendwelche Anklagen gegen sie vorbringen wollen, so gibt es dafür ordentliche Gerichte und Behörden. Sollen sie dort ihren Streit austragen! 39Und wenn ihr noch andere Anliegen habt, die über die Anklage von Demetrius hinausgehen, dann müssen sie in einer ordentlich einberufenen Volksversammlung vorgebracht werden. 40Ich fürchte nämlich, dass uns die römische Regierung sonst wegen dieses Aufruhrs zur Rechenschaft ziehen wird, und wir können wirklich keinen triftigen Grund dafür nennen.« Danach löste er die Versammlung auf.

© Biblica, Inc.

Hoffnung für alle ™ Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc. Used with permission. All rights reserved worldwide.

“Hoffnung für alle” is a trademark registered in European Union Intellectual Property Office (EUIPO) by Biblica, Inc. “Biblica”, “International Bible Society” and the Biblica Logo are trademarks registered in the United States Patent and Trademark Office by Biblica, Inc. Used with permission.

Weitere Infos →

Der Aufruhr in Ephesus begann nicht zufällig. Paulus verkündete, dass es nur einen wahren Gott gibt. So kamen viele Menschen zum Glauben. Andere wiederum fühlten sich von dieser Botschaft bedroht, denn ihre Göttin Artemis stand infrage. Traditionen und sogar wirtschaftliche Interessen gerieten ins Wanken.

Aus ihrer Perspektive wirkt die Reaktion der Aufrührer fast verständlich für mich. Wieso sollten sie in einer solchen Lage plötzlich an Jesus als den wahren Gott glauben!? Für sie erschien Paulus wie jemand, der ihre Welt zerstören wollte. Und deshalb entstand eine aufgeheizte Stimmung: Menschen schrien durcheinander, Emotionen kochten hoch. Absurd daran war: Viele wussten am Ende gar nicht mehr, weshalb sie überhaupt zusammengekommen waren.

Doch was mich beeindruckt: Gott gebrauchte hier nicht etwa einen Apostel, sondern einen heidnischen Beamten, um die Situation zu beruhigen. Nüchtern rief dieser zur Ordnung und beendete den Aufruhr. Das zeigt: Gott kann auch durch ganz normale, weltliche Strukturen handeln.

Während die Menge laut "Groß ist die Artemis der Epheser!" rief, wirkte Gott ganz unspektakulär weiter. Lautstärke ersetzt also keine Wahrheit.

Was können wir nun aus dieser Geschichte mitnehmen?

Vielleicht, dass wir am Ende nicht jede Diskussion gewinnen und das letzte Wort haben müssen. Manchmal ist es dran zu reden, manchmal – wie bei Paulus – einen Schritt zurückzutreten und Gott selbst wirken zu lassen. Seine Wahrheit wird sich durchsetzen!