Apostelgeschichte
Kapitel 15, Vers 6–12
"Gott hat längst entschieden"
6Daraufhin setzten sich die Apostel und die Leiter zusammen, um diese Frage zu klären. 7Nach heftigen Wortwechseln stand schließlich Petrus auf und sagte: »Liebe Brüder! Ihr wisst doch, dass Gott mir schon vor langer Zeit aufgetragen hat, die rettende Botschaft auch denen zu verkünden, die keine Juden sind, denn auch sie sollen Gott vertrauen. 8Und Gott, der jedem Menschen ins Herz sieht, hat sich zu ihnen bekannt, als er den Nichtjuden genauso wie uns den Heiligen Geist gab. 9Ja, Gott machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen: Er befreite sie von aller Schuld, als sie an ihn glaubten. 10Warum wollt ihr jetzt Gott herausfordern und diesen Brüdern und Schwestern eine Last aufbürden, die weder wir noch unsere Vorfahren tragen konnten? 11Wir glauben doch, dass wir allein durch die Gnade des Herrn Jesus gerettet werden. Dasselbe gilt auch für die Nichtjuden.« 12Alle schwiegen und hörten Barnabas und Paulus gespannt zu, als sie berichteten, wie viele Zeichen und Wunder Gott durch sie unter den Nichtjuden getan hatte.
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Weitere Infos →Wir lesen hier von einem großen Streit über die Frage der Beschneidung: Sollten sich neu bekehrte Christen nach dem Gesetz des Mose beschneiden lassen oder nicht? Aus heutiger Sicht wirkt diese Diskussion vielleicht befremdlich. Für uns erscheint klar: natürlich nicht. Doch wenn wir uns in die damalige Situation hineinversetzen, wird verständlich, weshalb diese Frage so brisant war.
Jesus selbst war Jude. Er lebte nach der Tora und lehrte überwiegend unter Juden. Die ersten Menschen, die an ihn glaubten, waren oft von klein auf mit den Geboten des Mose vertraut. Viele kannten die Schriften auswendig, diese hatten ihre Identität und ihr Gottesbild geprägt und prägten ihren Alltag. Weshalb sollte all das plötzlich keine Rolle mehr spielen? Diese Unsicherheit war real und menschlich.
Paulus jedoch machte eine zentrale Wahrheit unmissverständlich deutlich: Der Glaube an Jesus allein genügt. Es braucht keine zusätzlichen Leistungen, um von Gott angenommen zu sein. Erlösung ist ein Geschenk und nicht das Ergebnis menschlicher Anstrengung.
Auch heute kann uns eine ähnliche Denkweise begegnen. In christlichen Umfeldern entstehen unbewusst Maßstäbe dafür, wie "echter" Glaube auszusehen hat. Traditionen, Frömmigkeitsformen oder persönliche Prägungen werden leicht zur Messlatte für andere.
Lasst uns daher einander immer wieder daran erinnern: Nicht das, was wir leisten, macht uns zu Christen, sondern allein der Glaube an Jesus Christus. In dieser Freiheit dürfen wir leben!