Apostelgeschichte
Kapitel 26, Vers 27–40
EIN GEFÄNGNISAUFSEHER
27Aus dem Schlaf gerissen sah der Gefängnisaufseher, dass die Zellentüren offen standen. Voller Schrecken zog er sein Schwert und wollte sich töten, denn er dachte, die Gefangenen seien geflohen. 28»Tu das nicht!«, rief da Paulus laut. »Wir sind alle hier.« 29Der Gefängnisaufseher ließ sich ein Licht geben und stürzte in die Zelle, wo er sich zitternd vor Paulus und Silas niederwarf. 30Dann führte er die beiden hinaus und fragte sie: »Ihr Herren, was muss ich tun, um gerettet zu werden?« 31»Glaube an den Herrn Jesus, dann werden du und alle, die in deinem Haus leben, gerettet«, erwiderten Paulus und Silas. 32Sie verkündeten ihm und allen in seinem Haus die rettende Botschaft Gottes. 33Der Gefängnisaufseher kümmerte sich noch in derselben Stunde um Paulus und Silas, er reinigte ihre Wunden und ließ sich mit allen, die zu ihm gehörten, umgehend taufen. 34Dann führte er sie hinauf in sein Haus und bewirtete sie. Er freute sich zusammen mit allen, die bei ihm lebten, dass sie zum Glauben an Gott gefunden hatten. 35Bei Tagesanbruch schickten die obersten Beamten die Gerichtsdiener mit dem Befehl zu ihm: »Lass diese Leute gehen!« 36Der Gefängnisaufseher teilte das Paulus mit: »Die führenden Männer lassen euch sagen, dass ihr frei seid. Ihr könnt jetzt unbesorgt die Stadt verlassen.« 37Doch Paulus widersprach: »Sie haben uns in aller Öffentlichkeit geschlagen und ohne jedes Gerichtsverfahren ins Gefängnis geworfen, obwohl wir römische Bürger sind. Und jetzt wollen sie uns heimlich und auf bequeme Weise loswerden! Aber das kommt gar nicht in Frage! Die Männer, die dafür verantwortlich sind, sollen persönlich kommen und uns aus dem Gefängnis führen.« 38Mit dieser Nachricht kehrten die Gerichtsdiener zurück. Als die führenden Männer hörten, dass Paulus und Silas römische Bürger waren, erschraken sie 39und liefen sofort zum Gefängnis. Sie entschuldigten sich bei Paulus und Silas, geleiteten die beiden hinaus und baten sie, die Stadt zu verlassen. 40Paulus und Silas aber gingen zunächst in das Haus von Lydia. Dort hatte sich die ganze Gemeinde versammelt. Nachdem Paulus und Silas sie ermutigt hatten, im Glauben festzubleiben, verabschiedeten sie sich und verließen die Stadt.
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Weitere Infos →Obwohl die Gefängnistüren aufsprangen und sie schnell hätten fliehen können (der Gefängnisaufseher schlief so halb), chillten Paulus und Silas noch ein bisschen im Gefängnis. Ich meine, warum auch nicht. Schließlich hatte man hier doch auch Freunde gefunden. Da dauert das Verabschieden schon ein bisschen. Und auch grundsätzlich ist das Ambiente hier unten im Verlies gar nicht so schlecht - man glaubt es kaum. Nun ja, ich glaube das sind nicht die eigentlichen Gründe, weshalb es Paulus und Silas nicht zwangsläufig eilig hatten das Gefängnis zu verlassen. Vielmehr trugen sie eine göttliche Ruhe in sich. Er war mit ihnen, als sie ins Gefängnis geworfen wurden (deshalb konnten sie auch währenddessen Lobpreis machen) und sie wussten, er war mit ihnen, als die Türen aufsprangen. Was sie vielleicht gar nicht auf dem Schirm hatten: Durch ihre entspannte Art retteten sie dem suizidgefährdeten Gefängnisaufseher das Leben. Im wahrsten Sinne des Wortes. Er und seine ganze Familie entschieden sich für Jesus! Wahnsinn!
Auch ich möchte in Herausforderungen und Krisen diese übernatürliche Ruhe in mir spüren. Die Gewissheit, dass Gott wirklich da ist. Denn genau diese Gelassenheit gibt mir die offenen Augen, selbst in Problemen die Chance für eine göttliche Wendung zu sehen.