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Impuls

Ungerechtigkeit ertragen

Annemieke Binggelivon Annemieke Binggeli
Soziales Leben

1. Petrus

Kapitel 2, Vers 18–​25

UNSER VORBILD

18Ihr Sklaven, ordnet euch euren Herren mit der notwendigen Achtung unter, nicht nur den guten und freundlichen, sondern auch den ungerechten. 19Es ehrt einen Menschen, wenn er deshalb Böses erträgt und Unrecht erduldet, weil er in seinem Gewissen an Gott gebunden ist. 20Kann denn jemand stolz darauf sein, wenn er die gerechte Strafe für sein böses Handeln auf sich nimmt? Erträgt aber jemand Leid, obwohl er nur Gutes getan hat, dann findet das Gottes Anerkennung. 21Denn dazu hat euch Gott berufen. Auch Christus hat ja für euch gelitten, und er hat euch ein Beispiel gegeben, dem ihr folgen sollt. 22Er hat sein Leben lang keine Sünde getan; nie kam ein betrügerisches Wort über seine Lippen. 23Beschimpfungen ertrug er, ohne mit Vergeltung zu drohen, gegen Misshandlungen wehrte er sich nicht; lieber vertraute er sein Leben Gott an, der ein gerechter Richter ist. 24Christus hat unsere Sünden auf sich genommen und sie am eigenen Leib zum Kreuz hinaufgetragen. Das bedeutet, dass wir für die Sünde tot sind und jetzt leben können, wie es Gott gefällt. Durch seine Wunden hat Christus euch geheilt. 25Früher seid ihr herumgeirrt wie Schafe, die sich verlaufen hatten. Aber jetzt seid ihr zu eurem Hirten zurückgekehrt, zu Christus, der euch auf den rechten Weg führt und schützt.

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Die damalige Lebenswelt des Petrus vor knapp 2.000 Jahren erscheint uns fremd. Doch nur, wenn wir uns in sie hineinversetzen, ergeben die Verse für heute ihren Sinn. Sklaverei gehörte zum bitteren Alltag der Kultur um Petrus herum. Es erschien außer Frage, hieran ernsthaft etwas ändern zu können. Deshalb schreibt Petrus eine Ermutigung an diejenigen Menschen, die unter der Sklavenhaltung leben mussten. Unter ihnen gab es viele Christen, sie hatten Jesus als ihren Herrn und Retter angenommen. Sie wussten sich von ihm geliebt, verstanden und gesehen. Diese Wertschätzung war den Sklaven in ihrer Welt sonst gänzlich verwehrt geblieben. Doch in Jesus Christus war sie ihnen zugänglich geworden. (Allein wenn man sich diese Situation der damaligen Sklaven vorstellt, erscheint die Botschaft von Jesus Christus in einem viel krasseren Licht.)

Und nun fordert Petrus diese Sklaven auf, sich ihren Herren unterzuordnen. Sowohl den gerechten als auch den ungerechten. Das erscheint uns heute als falsch, denn die Sklaverei ist in unserer Kultur schon lange abgeschafft. Doch unter Berücksichtigung der damaligen Lebensumständen wird deutlich, dass diese Worte absolut Sinn ergaben. Es war die einzige Möglichkeit für die Sklaven damals, mit ihrer unausweichlichen Situation umzugehen. Und durch ihre missliche Lage erst recht ein Symbol, ein Hinweis, ein "Zeugnis" für Jesus Christus zu sein. So, wie Jesus Christus zu Unrecht gekreuzigt worden war, litten auch sie zu Unrecht. Und doch schien mitten im Leiden Jesu die Gnade Gottes auf. So sagt es Petrus auch den Sklaven zu.

Was können wir für heute aus diesem Text lernen? Ungerechtigkeit sollten wir nicht mit Ungerechtigkeit vergelten. Wenn wir am liebsten zurückschlagen würden, dürfen wir uns daran erinnern, dass Jesus Christus schon längst den Sieg für uns errungen hat. Wir finden Gottes Anerkennung, wenn wir Leid ertragen, ohne es einem Menschen "heimzahlen" zu wollen (vgl. V. 20).