Apostelgeschichte
Kapitel 22, Vers 12–21
Paulus verteidigt sich vor den Juden
12Dort lebte ein Mann, der Hananias hieß. Er war fromm und hielt sich gewissenhaft an das Gesetz, so dass er bei allen Juden in Damaskus hoch angesehen war. 13Dieser Mann kam zu mir und sagte: ›Lieber Bruder Saul, du sollst wieder sehen können!‹ Sofort wurden meine Augen geöffnet, und ich sah ihn vor mir stehen. 14Dann erklärte er mir: ›Der Gott unserer Vorfahren hat dich erwählt, seinen Willen zu erkennen. Du durftest seinen Sohn sehen, der als Einziger vollkommen gerecht ist, und durftest hören, wie er selbst zu dir spricht. 15Denn du sollst allen Menschen gegenüber das bezeugen, was du gesehen und gehört hast. 16Zögere also nicht länger! Lass dich taufen und bekenne dich damit zu Jesus, dem Herrn! Dann wirst du von deinen Sünden reingewaschen werden.‹ 17Später kehrte ich nach Jerusalem zurück. Eines Tages betete ich im Tempel. Da erschien mir der Herr in einer Vision 18und sagte: ›Beeil dich und verlasse Jerusalem so schnell wie möglich, denn die Menschen in dieser Stadt werden dir nicht glauben, was du von mir sagst.‹ 19›Herr‹, antwortete ich, ›aber gerade sie müssten doch wissen, dass ich alle, die an dich glaubten, ins Gefängnis werfen und in den Synagogen auspeitschen ließ. 20Als dein Zeuge Stephanus getötet wurde, stand ich dabei; ich hatte in die Steinigung eingewilligt und bewachte die Kleider seiner Mörder.‹ 21Doch der Herr befahl: ›Geh, denn ich will dich weit weg zu den nichtjüdischen Völkern senden.‹«
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Weitere Infos →Paulus war noch mitten dabei, seine Geschichte zu erzählen, um seinen Anklägern zu erklären, dass er auf ihrer Seite steht. Dazu nutzte er sein persönliches Zeugnis, von dem wir bereits im vorherigen Abschnitt gelesen haben. Schon damals, in den Anfängen seines christlichen Glaubens, wollten ihm viele Menschen seine Geschichte nicht abnehmen. Dasselbe Problem hatte er jetzt erneut in Jerusalem.
Man unterstellte ihm das böse Motiv, er würde das jüdische Gesetz außer Kraft setzen wollen (vgl. Apostelgeschichte 21:21). Dabei wollte Paulus lediglich auch heidnische Völker mit dem Evangelium erreichen und ihnen keine unnötigen Lasten auferlegen.
Vielleicht erlebst du es ja manchmal ganz ähnlich: Dir und deiner Geschichte wird kein Glauben geschenkt. Ob es unter Freunden, in der Familie oder in einem relativ unbekannten Umfeld passiert – es ist immer unangenehm, wenn man missverstanden wird. Paulus erlebte es. Und das zusammen mit seinem Herrn.
Nach seiner Rede wurden die Anfeindungen sogar noch schlimmer, und dennoch hielt Paulus an seinem Weg fest. In einem seiner Briefe schrieb er:
"Von Menschen werden wir verfolgt, aber bei Gott finden wir Zuflucht. Wir werden zu Boden geschlagen, aber wir kommen dabei nicht um." (2. Korinther 4:9)
Sein Herr hatte ihn nie verlassen.