2. Mose
Kapitel 32, Vers 15–25
GÖTZENDIENST
15Mose wandte sich um und stieg vom Berg herab. In seinen Händen hielt er die beiden Steintafeln mit den Gesetzen, die Gott dem Volk beim Bundesschluss gegeben hatte. Sie waren auf beiden Seiten beschrieben. 16Gott selbst hatte die Tafeln gemacht und die Schrift eingemeißelt. 17Als Josua das Volk lärmen hörte, sagte er zu Mose: »Unten im Lager muss ein Kampf ausgebrochen sein!« 18Mose erwiderte: »Das klingt weder wie Siegesgeschrei noch wie die Klage nach einer Niederlage; nein, es ist ein lautes Singen!« 19Als Mose sich dem Lager näherte, sah er das Volk um das Goldene Kalb tanzen. Da packte ihn der Zorn, er schleuderte die Tafeln fort und zerschmetterte sie am Fuß des Berges. 20Das Goldene Kalb, das die Israeliten gemacht hatten, schmolz er ein und zerrieb es zu Staub; den Staub streute er ins Wasser und gab es den Israeliten zu trinken. 21Dann stellte er Aaron zur Rede: »Was hat dir dieses Volk getan, dass du sie zu einer so großen Sünde verführt hast?« 22Aaron verteidigte sich: »Sei nicht zornig, mein Herr, du weißt doch selbst, dass dieses Volk immer auf Böses aus ist! 23Sie forderten mich auf: ›Los, mach uns Götterfiguren! Sie sollen uns voranziehen und den Weg zeigen. Wer weiß, was diesem Mose zugestoßen ist, der uns aus Ägypten herausgeführt hat!‹ 24Ich fragte sie: ›Wer hat Gold?‹ Da haben sie ihren Schmuck abgenommen und ihn mir gegeben. Ich habe das Gold eingeschmolzen, und dabei ist dann dieses Kalb entstanden.« 25Mose sah, dass die Israeliten jede Beherrschung verloren hatten, denn Aaron ließ sie tun, was sie wollten. Nun hatten Israels Feinde Grund zum Spott.
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Weitere Infos →Mose war richtig wütend. Die Israeliten hatten all die Wunder mit Gott erlebt. Gott hatte sie sichtbar aus der Sklaverei in Ägypten befreit. Gott hatte Israel den Sieg über dessen ägyptische Feinde geschenkt. Gott hatte die Israeliten auf der Reise des Auszuges bewahrt. Gott hatte ihnen Brot vom Himmel geschenkt, als sie Hunger hatten. Gott hatte ihnen Wasser gegeben, als sie durstig waren. All das konnten wir in den letzten Wochen hier in der App lesen. Doch das hatte ihnen scheinbar immer noch nicht gereicht. Kaum war Mose, den Gott Israel als geistlichen Führer für diese besondere Zeit gegeben hatte, für eine Zeit fort gewesen, fingen die Israeliten an, Götzen anzubeten. Mose zeigte nun lautstark, dass dieses Verhalten nicht in Ordnung war. Er machte den Israeliten deutlich: "So geht es nicht! Ihr habt Gott erlebt, also haltet weiter an IHM allein fest!"
Wut und Zorn sind keine schönen Gefühle. Und doch wird sogar Gott selbst zornig (vgl. z. B. 5. Mose 1:26-36)! Denn im Zorn liegt Kraft: Zorn kann uns dazu anspornen, Dinge anzusprechen, zu korrigieren und zu bekämpfen. Doch verstehe mich nicht falsch: Wut führt nur dann zu etwas Gutem, wenn Gott ebenso zornig auf die Sache ist und du gemeinsam mit ihm heilsame und gewaltfreie Schritte dagegen gehst.
Was macht dich zornig? Sprich mit Gott und schau, was deine Wut für deine Berufung tut.